DAX - 26.000 Punkte in Reichweite!
Trend-Perspektive und Wahrscheinlichkeit: DAX Bullish 60%

Die US-Notenbank hat die Zinsen wie erwartet in der Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent belassen, die Entscheidung fiel aber nicht einstimmig. Beth Hammack, Präsidentin der Fed von Cleveland, und Gouverneurin Lisa Cook stimmten für eine Anhebung um einen Viertelprozentpunkt. Fed-Chef Kevin Warsh legte sich in der Pressekonferenz nicht auf den weiteren Kurs fest, am Terminmarkt bleibt eine Anhebung im Dezember aber das wahrscheinlichste Szenario. Zudem kündigte Warsh an, dass die Fed ab 2027 nur noch auf sieben ihrer acht Sitzungen über die Zinsen entscheidet. An der Wall Street hielten sich die Kurse nach dem Entscheid, der Nasdaq 100 gewann 0,55 Prozent auf 29.813 Punkte, der S&P 500 0,28 Prozent auf 7.744 Punkte. Nach Handelsschluss gingen die Zahlen der beiden großen Technologiekonzerne dann weit auseinander. Der Softwarekonzern Microsoft übertraf mit einem Wachstum seiner Cloud-Plattform Azure um 48 Prozent die Erwartungen und investierte zugleich weniger als befürchtet, die Aktien legten nachbörslich um gut zwei Prozent zu. Die Papiere der Google-Mutter Alphabet fielen dagegen um rund zehn Prozent, weil das operative Ergebnis die Prognosen verfehlte und der Konzern für 2027 einen deutlichen Anstieg der Investitionen ankündigte.
Der DAX hat sich bereits am Mittwoch über die Marke von 25.650 Punkten geschoben. Im Xetra-Handel stieg er um 0,44 Prozent auf 25.704 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit fünf Wochen. Getragen wurde er von der Deutschen Bank, deren Aktien nach einem weiteren Rekordgewinn um vier Prozent zulegten, während die Papiere des Duft- und Aromenherstellers Symrise nach den Zahlen um mehr als zehn Prozent einbrachen. Am Abend lief der Index mit den Vorgaben aus den USA bis auf 25.919 Punkte und erreichte damit die Unterkante der Zone zwischen 25.900 und 26.300 Punkten, ging dann aber mit 25.714 Punkten aus dem Handel. Der lange obere Docht zeigt, dass dort Verkäufer warten. Hält sich der DAX über 25.650 Punkten, bleibt der Weg in die Zone um 26.000 Punkte offen. Ein Rückfall unter 25.450 Punkte würde den Ausbruch dagegen erneut in Frage stellen. Auch aus dem Kalender kommt Rückenwind. In den vergangenen Jahren begann das saisonal günstigere Fenster für den DAX nach der Fed-Sitzung Ende Oktober, und als Frühindikator gilt die Stärke der Technologiewerte. Der TecDAX schloss am Mittwoch mit 4.116 Punkten klar über seiner 20-Tage-Linie und hat sich in den vergangenen fünf Tagen mit einem Plus von 1,2 Prozent besser entwickelt als der DAX. Damit sind beide Bedingungen bereits erfüllt. Heute folgt die Europäische Zentralbank (EZB), die um 14:15 Uhr entscheidet und ihren Einlagensatz nach allgemeiner Erwartung unverändert lässt. Spannend wird, ob Präsidentin Christine Lagarde ab 14:45 Uhr eine weitere Anhebung im Dezember andeutet. Schon um 13:30 Uhr kommen in den USA das Wachstum für das dritte Quartal und der PCE-Preisindex, das bevorzugte Inflationsmaß der Fed. Aus dem DAX legen Volkswagen, Adidas und der Triebwerkshersteller MTU ihre Zahlen vor, nach US-Handelsschluss folgen der Onlinehändler Amazon und der Chiphersteller Intel.

Handelsmöglichkeiten
Der DAX ist bereits gut angesprungen und folgt dem Plan. Er sollte unter kurzen Rücksetzern weiter Kurs auf die Marke von 26.000 Punkte nehmen. Dann könnte es zu einem erneuten Kursrückgang Richtung 24.400 Punkte kommen, gefolgt von einem weiteren Kursanstieg in Form einer Jahresendrally.
Widerstände: 25.800 / 26.000 / 26.100 Punkte
Unterstützungen: 25.500 / 25.200 / 25.000 Punkte
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