Autor

Inga Burk
Volkswirtin der ING-DiBa
@IngaBurk

Chart of the Week Bereit für den Brexit?

Freitag, 24. April 2015

Bereit für den Brexit?

 

 

Nur zwei Wochen bis zu den britischen Parlamentswahlen am 7. Mai. Diese Wahlen könnten nicht nur die britische Parteienlandschaft, sondern auch die EU mächtig durcheinander wirbeln. Denn der Wahlausgang ist mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Tories (den Konservativen um Premier David Cameron) und der Labour Partei so unsicher wie seit 30 Jahren nicht mehr und könnte ganz neue Koalitionskonstellationen hervorbringen. Sollte jedoch David Cameron, Parteivorsitzender der Konservativen und derzeitiger Premierminister, wiedergewählt werden, stehen dem Königreich in Europa unsichere Zeiten bevor: kommt dann der Brexit?

 

Dieses Szenario basiert auf dem Versprechen Cameron's – im Falle einer Wiederwahl – bis Ende 2017 ein Referendum über die Mitgliedschaft Großbritanniens in der EU abzuhalten. Denn die EU müsse seiner Meinung nach fundamental, vor allem mit Blick auf die Einwanderungspolitik, geändert werden. Die Zersplitterung der britischen Parteienlandschaft bedeutet jedoch, dass derzeit keine einzige Partei genügend Stimmen erhält, um alleine zu regieren, sodass die Politikausrichtung nach der Wahl offen ist.

 

Eins ist jedoch sicher: die Nervosität und Unsicherheit unter ausländischen Investoren steigt. Dabei sind ausländische Investitionen ein wichtiger Wachstumstreiber für die britische Wirtschaft, wie unser Chart der Woche zeigt. Ausländische Unternehmen investieren in den britischen Finanzplatz aufgrund seiner regulatorischen und steuerlichen Rahmenbedingungen, und aufgrund des guten Zugangs zu den wichtigsten europäischen Märkten. So hat das Vereinigte Königreich in den letzten Jahrzenten mehr ausländische Direktinvestitionen (FDI) als alle anderen EU-Länder empfangen und verzeichnet im weltweiten Vergleich den zweithöchsten Bestand an ausländischen Direktinvestitionen nach den USA. 21% der gesamten Investitionsausgaben in den vergangenen 20 Jahren basieren auf FDI‘s.

 

Quelle: United Nations Conference on Trade and Development; in US-Dollar zu laufenden Preisen und Wechselkursen

 

Wenn sich die Briten jedoch gegen einen Verbleib in der EU entscheiden, dann sind nicht nur FDI-Zuströme aus EU-Ländern, sondern auch aus Nicht-EU-Ländern gefährdet, was negative Auswirkungen auf das Pfund und Vermögenspreise hätte. Zwar ist der Bestand an ausländischen Direktinvestitionen zunächst weniger gefährdet als neue Zuflüsse, da das Schließen bestehender Unternehmen und der Aufbau einer neuen Fabrik innerhalb eines EU-Landes Kosten verursacht. Langfristig werden jedoch laufende Investitionen reduziert werden und neue ausländische Unternehmen ihre Fabrik oder Anlage in einem Mitgliedsland der EU-Wirtschaftszone aufbauen, das nicht potenzielle Zölle erhebt.

 

Bei einer Wiederwahl Camerons wird das Brexit Szenario Hochkonjunktur feiern. Ob es dann auch wirklich soweit kommt und ob es überhaupt ein Referendum gibt, weiß selbst bei einem Wahlsieg Camerons niemand. Zu häufig wurden Versprechen aus dem Wahlkampf später doch nicht wahrgemacht. Wie dann auch. Am 7. Mai wird sich zeigen, ob sich die Briten auf einen möglichen Austritt aus der EU vorbereiten sollten. Ausländische Investoren werden den Wahlausgang mit Argusaugen beobachten.

 

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