Autor

Inga Burk
Volkswirtin der ING-DiBa
@IngaBurk

Chart of the Week Zinswende?

Freitag, 8. Mai 2015

Zinswende?

 

In den letzten Tagen waren die Finanzmärkte in großer Aufruhr. Die Renditen auf Staatsanleihen schossen in die Höhe, die Rendite auf deutsche 10-Jahres-Anleihen vervierfachte sich innerhalb weniger Tage. Hat der große Ausverkauf begonnen und sehen wir gerade den Anfang der Zinswende?

 

Der aktuelle Anstieg der langfristigen Zinsen hat viele Analysten überrascht. Was steckt nun dahinter? Wahrscheinlich gibt es keine alleinige Erklärung, sondern eine Reihe verschiedener Elemente. Große Marktparteien haben sich in den letzten Tagen unter großem Medieninteresse neu positioniert. Andere Spieler folgen. Gleichzeitig haben sich die Konjunkturaussichten im Euroraum weiter verbessert und hat die Unruhe in der griechischen Krise (jedenfalls kurzfristig) abgenommen. Jetzt aber schon von einer Trendwende zu sprechen, ist deutlich zu früh. Unsere Chart of the Week zeigt den Verlauf der Renditen auf Staatsanleihen in den letzten Tagen. Auch wenn der Anstieg relativ stark war, darf man nicht vergessen, dass die absoluten Niveaus noch immer ziemlich niedrig sind.

 

Natürlich werden die langfristigen Zinsen irgendwann weiter steigen. Die jetzigen Niveaus sind einfach zu niedrig. Für einen nachhaltigen Anstieg müssen allerdings einige Kriterien erfüllt sein: die amerikanische Notenbank erhöht den Leitzins und kündigt weitere Leitzinserhöhungen an, der europäische Aufschwung erweist sich als nachhaltig, das Griechenland-Problem wird dauerhaft gelöst und die EZB beendet ihr aktuelles QE-Programm. Bis auch nur eins dieser Kriterien erfüllt ist, wird es noch etwas dauern. Bis dahin sind den Marktphantasien weiterhin Tor und Tür geöffnet, die Zinswende wird allerdings noch nicht so schnell hindurch laufen.

 

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