Referenzkurse

Wahrscheinlichkeit

60 %

Autor

Ronald Gehrt
Charttechnik-Experte

DAX DAX: Für wen wird das ein Freitag, der 13.?

Freitag, 13. Januar 2017

Die Bullen sind im Zugzwang

 

 

Unser gestern formuliertes Misstrauen in das neue Rallye-Hoch, welches der DAX im Vorfeld der Pressekonferenz von Donald Trump ausgebildet hatte, erwies sich am Donnerstag als berechtigt. Der Index vermochte sich zwar zum Xetra-Handelsende des Mittwochs noch über der dadurch nach oben verlassenen, zu Jahresbeginn etablierten Handelsspanne halten, startete den Handel am Donnerstag aber mit einer Kurslücke nach unten und rutschte im Tagesverlauf ans untere Ende eben dieser Seitwärtsrange ab. Nur Käufe in der letzten halben Handelsstunde ab 17 Uhr verhinderten, dass der DAX diese Zone nach unten durchbrach. Es wird langsam ungemütlich für die bullishe Seite. Was nicht wundern kann, denn der vorher so strahlend blaue Himmel zieht sich zu. Der Euro zieht zum US-Dollar weiter an, setzte sich am Donnerstag bereits über 1,06 US-Dollar fest. Gold legt weiter zu und notiert knapp unter mittelfristig relevanten Widerständen. Und an der Wall Street hatte man gestern seine liebe Not, die Indizes vor größeren Verlusten zu bewahren. Und dann ist da eben noch dieses „charttechnische Menetekel“, dieses 600-Punkte-Loch, das sich bis hinunter in den Bereich 10.800 Punkte auftun würde, wenn der deutsche Leitindex die bislang eisern verteidigte Kreuzunterstützung aus Februar-Aufwärtstrendlinie, dem November-2015-Hoch und der 20-Tage-Linie brechen würde. Wozu nun nicht mehr viel bedarf, dazu der Blick auf den Chart auf Tagesbasis:

 

 

Im Tagestief hatte der DAX die obere Begrenzung des Trendkanals nebst der 20-Tage-Linie (11.500/11.520 Punkte) bereits kurzzeitig leicht unterboten. Nur die „Rettungskäufe“ ab 17 Uhr sorgten dafür, dass dieser Support hielt. Und wir sehen auch, dass das Hoch vom November bei 11.431 Zählern das schwächste Glied in der Kette ist, denn um diese Linie mäanderte der DAX Ende Dezember eher unmotiviert herum. Die Marke von 11.431 Punkten ließe sich daher bestenfalls als letztes Sicherungsnetz der bullishen Akteure ansehen. Und dass der MACD bereits zur Jahreswende ein Verkaufssignal generiert hat, trägt nicht dazu bei, deren Chancen zu erhöhen. Da ist jetzt also unmittelbarer Handlungsbedarf angezeigt. Wenn es nicht gelingen sollte, diese Auffangzone zu verteidigen, würde dieser Wochenschluss für die Bullen tatsächlich ein echter „Freitag, der 13.“. Gelingt die Verteidigung, käme es auf das Umfeld (Euro/US-Dollar, Wall Street, Gold) und die Art und Weise an, wie der DAX von hier aus wieder nach oben zieht, um entscheiden zu können, ob da eine Long-Positionierung opportun wäre. Auf der Unterseite bleibt es dabei: Der Ankerpunkt Short liegt bei einem Schlusskurs unter 11.400 Punkten.

 

Widerstände: 11.692 / 11.802 / 12.391

Unterstützungen: 11.520 / 11.500 / 11.431 / 10.826 / 10.705 / 10.474 / 10.429 / 10.262 / 10.093

 

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Der Boerse-Daily.de Wahrscheinlichkeits-Index gibt an, wie hoch die Chance (von 0% = "sehr unwahrscheinlich" bis 100% = "sehr wahrscheinlich") eingestuft wird, dass das vorgestellte Szenario eintritt.

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