Referenzkurse

Wahrscheinlichkeit

55 %

Autor

Ronald Gehrt
Charttechnik-Experte

DAX DAX: Vorsicht, Hektik ist ansteckend

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Ein Chart wie bei Hempels unter dem Sofa

 

 

Dieser Chart des Xetra-DAX auf 15-Minuten-Basis macht eines klar: Weder Bullen noch Bären schaffen es derzeit, sich wirklich durchzusetzen. Aber sie versuchen es und, auch das zeigt das Chartbild, sie versuchen es immer entschlossener … wobei die Grenze zwischen Entschlossenheit und operativer Hektik gemeinhin fließend ist. Die immense Volatilität, die abrupten Richtungswechsel, all das produziert ein Chartbild, das so chaotisch wirkt wie es laut dem alten Spruch angeblich bei Hempels unter dem Sofa aussehen soll. Wie beruhigt sich eine solche Situation? Entweder, indem im DAX selbst eine klare, charttechnische Entscheidung vollzogen wird, wegen deren Fehlen diese immensen Schwankungen ja entstanden sind. Oder, indem sich die Marktteilnehmer beruhigen, was indes nur dann innerhalb der Handelsspanne, die wir derzeit sehen, realistisch wäre, wenn es entsprechende Vorgaben von der Wall Street gäbe. Aber dort geht es nicht weniger wild zu, die Kursbewegungen bei Dow Jones und Nasdaq 100 wirken nicht minder richtungslos und die Trader dort eher noch hektischer. Wo liegt überhaupt das Problem? Derzeit vor allem bei der US-Steuerreform. Dass die Gesetzesvorlage am frühen Samstagmorgen den US-Senat passierte, war zwar ein entscheidender Schritt hin zu der von den Anlegern vor allem beachteten Senkung der Unternehmenssteuern. Aber er war nicht der endgültige Schritt. Zwei Aspekte sind problematisch: Zum einen haben das US-Repräsentantenhaus und der US-Senat zwei verschiedene Varianten des Gesetzes verabschiedet. Die Differenzen müssen jetzt noch in einem Ausschuss bereinigt und das für beide Kammern dann gültige Papier erneut abgesegnet werden. Wobei da einige durchaus entscheidende Unterschiede existieren. So ist z.B. offen, ob diese Senkung der Unternehmenssteuer einen neuen Maximalsatz von 20 oder 22 Prozent haben wird und ob das bereits umgehend 2018 oder erst 2019 in Kraft treten würde. Damit nicht genug:

 

 

Die Wall Street schwankt zugleich zwischen Begeisterung und großer Besorgnis. Denn nicht wenige Experten, darunter auch US-Banken, sehen nur einen geringen Wachstumseffekt, kleiner als seitens der Regierung avisiert. Und man fragt sich, ob die durch eine Umsetzung für 2018 erwartete Steigerung der Unternehmensgewinne von vorher acht auf elf bis zwölf Prozent nicht womöglich in der Rallye, die vor allem Dow Jones und S&P 500 bis zum Montag gesehen haben, längst eingepreist ist. In diesem Umfeld tritt das Polit-Theater in Berlin deutlich in den Hintergrund, man starrt gebannt nach Übersee. Und die kurzfristigen Trader kopieren meist die dortigen Schwankungen. Was bleibt, ist ein DAX, der im Moment weder ein Eigenleben noch eine klare Tendenz hat. Die Handelsspanne beträgt, von kurzzeitigen Ausreißern abgesehen, gerade einmal um die 300 Punkte, aber die wird bereits seit über drei Wochen massiv „bearbeitet“. Sich da ins Getümmel zu werfen, hat keinen Sinn, sofern man das Geschehen nicht als ein erfahrener Daytrader permanent überwachen kann und an solchen extrem volatilen Phasen Freude hat. Ansonsten täte man gut daran, sich bis zu einer charttechnischen Entscheidung herauszuhalten, denn Hektik wirkt ansteckend – und wer hektisch wird, macht unnötige Fehler. Dass die Skepsis, vorher an der Wall Street scheinbar ausgestorben, jetzt dort um sich greift, bevor die Steuerreform überhaupt Gesetz ist, ist derzeit ein Vorteil für das bearishe Lager. Aber das permanente Auf und Ab, die mehrfach abgewiesenen Ausbruchsversuche nach oben wie nach unten, all das macht klar: Ein Vorgriff auf eine Trendentscheidung wäre in beide Richtungen nicht mehr als eine Wette. Es bleibt also dabei: Über 13.200 und unter 12.900 Punkten wäre ein Trade in Ausbruchsrichtung zu überlegen, falls diese Marken nicht nur auf Xetra-Schlusskursbasis, sondern auch in der letzten abendlichen Indikation per 22 Uhr über- bzw. unterboten wären.

 

Widerstände: 13.079 / 13.209 / 13.525

Unterstützungen: 12.951 / 12.910 / 12.678 / 12.518 / 12.391 / 12.340 / 12.289 / 12.049 / 11.941 / 11.850

 

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Produkte Long

Name Hebel Geld Brief % Tag Watchlist Trade
Open End Turbo Long auf DAX 10,0 13,08 13,09 -0,98 %
Mini Future Long auf DAX 5,0 26,13 26,14 -0,49 %

Produkte Short

Name Hebel Geld Brief % Tag Watchlist Trade
Open End Turbo Short auf DAX 10,1 13,08 13,09 +0,38 %
Open End Turbo Short auf DAX 5,4 24,16 24,17 +0,21 %

Der Boerse-Daily.de Wahrscheinlichkeits-Index gibt an, wie hoch die Chance (von 0% = "sehr unwahrscheinlich" bis 100% = "sehr wahrscheinlich") eingestuft wird, dass das vorgestellte Szenario eintritt.

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