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Wahrscheinlichkeit

50 %

Autor

Ronald Gehrt
Charttechnik-Experte

DAX DAX: Die Falschen werden nervös

Donnerstag, 11. Januar 2018

In den USA droht die Zinswende, hier fallen die Aktien

 

 

So langsam wird diese Diskrepanz zwischen der Wall Street und dem hiesigen Aktienmarkt richtig absurd. Nachdem in Medien die Meldung auftauchte, China würde darüber nachdenken, die Käufe von US-Staatsanleihen zu verringern, womöglich sogar zu stoppen, stiegen nicht nur in den USA die Renditen am Anleihemarkt, sondern auch hierzulande. Und das, obwohl kaum damit zu rechnen ist, dass auch Europa dann von China verschmäht würde. Und nicht nur das: Der DAX fiel zur Wochenmitte über 100 Punkte, während die US-Indizes mit deutlich geringeren Abschlägen davonkamen und man da anfängliche Abgaben wie immer als perfekte Kaufgelegenheit ansah. Dabei hätten die USA ein immenses Problem, wenn China, mit Japan größter ausländischer Abnehmer der US-Bonds, als Käufer wegfiele. Das würde zu höheren Anleiherenditen führen und nicht nur die Refinanzierung des defizitären US-Staatshaushalts erschweren und verteuern. Auch würden Anleihen noch mehr zu einer Konkurrenz des Aktienmarkts als jetzt. Denn das sind sie dort. Während wir hierzulande weit, weit höhere Dividendenrenditen im DAX sehen als das, was man für zehnjährige Bundesanleihen an Rendite erlöst, sieht das in den USA anders aus. Da liegen die US-Bonds mit zehn Jahren Laufzeit derzeit bei 2,6 Prozent Rendite, die durchschnittliche Dividendenrendite der Dow Jones-Aktien liegt mit 1,9 Prozent klar niedriger. Aber der DAX fiel, fiel nachbörslich sogar weiter, wie dieser Chart des DAX Future auf 60 Minuten-Basis zeigt, der Dow Jones schloss mit einem nur winzigen Abschlag. Das wirkt absurd. So betrachtet müsste man darauf hoffen, dass sich das bullishe Lager beim DAX besinnt und diesen Rücksetzer als Chance sieht, was er mit Blick auf die Charttechnik ja wäre:

 

 

Aber diese relative Schwäche Europas besteht ja nicht erst seit gestern. Es ist richtig, dass das gestrige Minus ein Pullback an den Ausbruchslevel, d.h. an die obere Begrenzung der vorherigen Seitwärts-Spanne wäre. Aber eben nur dann, wenn der DAX umgehend wieder nach oben dreht, statt, wie im Dezember geschehen, sang- und klanglos wieder in diese alte Spanne zurückzufallen. Dabei dürfte erschwerend hinzukommen, dass sich manche auch große Adresse womöglich bereits in dieses „Schicksal“ relativer Schwäche gefügt haben könnte, das besonders da auffällig wurde, als die US-Steuerreform in trockenen Tüchern war. Der weit verbreitete Glaube, dass die US-Aktien durch diese neuen Steuergesetze immensen Gewinnsteigerungen entgegensehen, ist zwar derzeit nicht mehr als eine Behauptung. Aber die Wall Street-Jünger haben den Vorteil, dass diese These in den nächsten Monaten nicht widerlegt werden kann. Bis sich im Sommer abzeichnet, ob wirklich mehr Nutzen als Schaden dabei herauskommt werden sie, so deren Überzeugung, freie Bahn nach oben haben. Und der Umstand, dass man auf die Möglichkeit einer markanten Zinswende erneut so gut wie nicht reagierte, stärkt den Glauben der US-Bullen, unverwundbar zu sein. Dass so etwas bislang immer schiefging, ist die eine Sache. Dass man nicht vorhersehen kann, wann und auf welchem Niveau es schiefgeht, indes die andere. So betrachtet ist nicht auszuschließen, dass der DAX weiterhin eine Mauerblümchen-Rolle spielt oder sich gar Spread-Trader auf der Short-Seite auf ihn stürzen, während sie an der Wall Street Long gehen. Der Index hätte jetzt die Chance, von hier aus mit Schwung an und über den bisherigen Verlaufsrekord von 13.525 Punkten zu laufen. Aber man sollte auch einkalkulieren, dass es anders kommt, daher bleibt es bei einem eher engen Stop Loss Long von 13.175 Punkten und der Vorgabe, erst dann die Aufstockung noch kleiner Long-Trades zu erwägen, wenn der deutsche Leitindex mit Schlusskursen über 13.600 Punkten klare, bullishe Fakten geschaffen hat.

 

Widerstände: 13.339 / 13.525

Unterstützungen: 13.209 / 13.136 / 12.951 / 12.810 / 12.678 / 12.656

 

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Produkte Long

Name Hebel Geld Brief % Tag Watchlist Trade
Open End Turbo Long auf DAX 10,0 13,18 13,19 +2,65 %
Mini Future Long auf DAX 5,0 26,58 26,59 +1,30 %

Produkte Short

Name Hebel Geld Brief % Tag Watchlist Trade
Open End Turbo Short auf DAX 9,9 13,42 13,43 -2,68 %
Open End Turbo Short auf DAX 5,8 22,78 22,79 -1,60 %

Der Boerse-Daily.de Wahrscheinlichkeits-Index gibt an, wie hoch die Chance (von 0% = "sehr unwahrscheinlich" bis 100% = "sehr wahrscheinlich") eingestuft wird, dass das vorgestellte Szenario eintritt.

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