Referenzkurse

Wahrscheinlichkeit

50 %

Autor

Ronald Gehrt
Charttechnik-Experte

DAX DAX: Rundum sorglos kontra große Nervosität

Freitag, 12. Januar 2018

An der Wall Street sterben die letzten Bären aus

 

 

Es ist schon ein äußerst seltsam wirkendes Szenario: An der Wall Street geben selbst die hartnäckigen Skeptiker nach und nach auf. Die letzten Bären sterben dort gerade aus, kaum jemand käme auch nur die Idee, dass der Dow Jones, der gestern erstmals über 25.500 Punkte lief, auch nur die erst letzte Woche erreichte 25.000 Punkte-Marke wieder unterschreiten könnte. Man verlässt sich darauf, dass die Behauptung, diese Börse sei diesmal eben doch eine Einbahnstraße, so lange nicht widerlegt werden kann, bis allerfrühestens mit den Quartalsbilanzen ab Ende April absehbar wird, wie sich die US-Steuerreform wirklich auf die US-Wirtschaft auswirkt. Und selbst dann könnte man unangenehme Überraschungen einfach abtun indem man konstatiert: Die Wirkung braucht eben ihre Zeit. Bis dahin, so sind sich viele absolut sicher, wird es immer weiter steigende Kurse geben. Und da es bislang gelungen ist, sämtliche problematischen Aspekte (Nordkorea, eventuelle Zinswende, Russland-Affäre, eine untypisch hohe Bewertung und mehr) zu ignorieren, geht man fest davon aus, dass es nichts geben könnte, was diesen Anstieg auch nur bremsen würde. In Europa hingegen, mit dem nötigen Abstand und ohne diese die Wahrnehmung korrumpierenden, täglichen Rekordhochs, ist man gerade wegen dieser Euphorie in den USA zutiefst beunruhigt. Denn hierzulande kann man sehen, was man dort, inmitten der Wall Street, nicht sehen will: Genau das ist Euphorie, ein Maß an Sorglosigkeit, das fast immer das nahe Ende einer Hausse bedeutete. Und nicht selten ging es dann nicht um ein sanftes Einschwenken nach unten nach einer gemächlichen Toppbildung sondern, wie zum Beispiel im März 2000, um einen „sudden death“, also ein schlagartiges, rapides Wegsacken der Kurse. Und das würde den DAX, so vorsichtig man hier auch agiert, allein deshalb mit nach unten ziehen, weil völlig überrumpelte US-Bullen in diesem Fall versuchen würden, erst einmal alle Bereiche querbeet zu reduzieren.

 

 

Zu sehen, was eigentlich nicht übersehen werden kann und in den USA dennoch geflissentlich mit Blick auf das Wunderwerk der Steuerreform ignoriert wird, führte dazu, dass der DAX die Chance, oberhalb der oberen Begrenzung der vorherigen Seitwärtsspanne mit Schwung nach oben zu ziehen und aus der brenzligen Situation so einen Pullback, eine Bestätigung des Ausbruchs zu machen, erst einmal liegen ließ. Zwar gelang es, zum Handelsende über dieser Handelsspanne zu bleiben, in die er Zeitweise schon recht deutlich eingetaucht war. Aber ob die Rallye heute nachgeholt wird, ist zumindest offen. Denn das Problem der hiesigen Akteure ist: Mit jedem Tag, den es in den USA auf neue Rekorde geht, schwindet eigentlich das Potenzial von Tagen, die es am Stück immer weiter nach oben gehen kann. Damit steigt also das Risiko für diejenigen, die erwägen, doch noch massiver zuzugreifen, ihre Skepsis ausgerechnet unmittelbar vor dem Tag X aufgegeben zu haben, an dem die US-Indizes dann eben doch kippen. Und gerade die großen Adressen, die gleich am ersten Handelstag des neuen Jahres schon auf dem falschen Fuß erwischt wurden, sind entsprechend nervös. Denn niemand könnte ihnen sagen, was jetzt angeraten wäre: Jetzt darauf setzen, dass der DAX aufholt? Oder Positionen abbauen, bevor er im Sog eines kippenden Dow Jones mitgerissen wird? Beide Meinungs-Lager sind nervös genug, um trotzdem zu agieren, wie die eher hohen Umsätze zeigen. Welches Lager aber in ein paar Tagen Recht bekommen wird, ist auch deswegen offen, weil eine weitere Frage im Raum steht: Springt der Euro zum US-Dollar jetzt doch noch über 1,21 US-Dollar, was ihm mittelfristig Spielraum bis in den Bereich um 1,28 US-Dollar verschaffen würde? Wir wären mit dem gezielt engen Stop Loss von 13.175 Punkten gestern ausgestoppt worden, weil der DAX intraday bis auf 13.151 Punkten durchgerutscht war. Ob man sich darüber ärgern müsste oder froh sein kann, ist angesichts dieser Gemengelage noch nicht absehbar. Was auch hieße: Per heute Früh würden wir nicht sofort in eine neue Position gehen, sondern angesichts dieser Nervosität hüben und der „Rundum-Sorglos“-Stimmung drüben zunächst neutral bleiben.

 

Widerstände: 13.209 / 13.339 / 13.525

Unterstützungen: 13.140 / 12.951 / 12.810 / 12.678 / 12.662

 

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Produkte Long

Name Hebel Geld Brief % Tag Watchlist Trade
Open End Turbo Long auf DAX 10,0 12,47 12,48 -15,11 %
Mini Future Long auf DAX 5,0 24,84 24,85 -8,27 %

Produkte Short

Name Hebel Geld Brief % Tag Watchlist Trade
Mini Future Short auf DAX 9,9 12,56 12,57 +21,34 %
Open End Turbo Short auf DAX 5,1 24,57 24,58 +9,83 %

Der Boerse-Daily.de Wahrscheinlichkeits-Index gibt an, wie hoch die Chance (von 0% = "sehr unwahrscheinlich" bis 100% = "sehr wahrscheinlich") eingestuft wird, dass das vorgestellte Szenario eintritt.

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