Autor

Ronald Gehrt
Charttechnik-Experte

DAX DAX: Viel Hoffnung, wenig Substanz

Freitag, 6. Juli 2018

Der „Botschafter-Coup“ ist ein wackliges Kaufargument




Auch ein Plus von satten 1,2 Prozent kann eine brisante Seifenblase sein, die jederzeit wieder zerplatzen könnte. Vor allem, wenn es auf derart wackligen Füßen daherkommt und so auffällig mit der „Brechstange“ erzeugt wurde. Denn was im ersten Moment logisch wirkt, ist es nicht. Ein „Geheimtreffen“ des US-Botschafters mit den Chefs von Daimler, VW, BMW und Continental, dessen gar so geheimen Inhalt man dann sorgsam durchsickern lässt, ist schon schräg genug. Der Vorschlag, den der Botschafter den vier CEOs präsentierte, war es nicht minder: Statt 25 Prozent Strafzoll könnte man ja auch den Zoll auf null senken, wenn die Europäer den für US-Autos ihrerseits komplett streichen. Da man selbst im Weißen Haus langsam begriffen haben müsste, dass nicht einzelne EU-Staaten, sondern die EU an sich über dergleichen entscheidet und die Chefs der Autokonzerne schon mal gar nicht, sollte da eigentlich eine Augenbraue hochgehen. Das sah sehr nach dem Versuch aus, die EU über die Hintertür der Lobbyisten weichzukochen, denen man als Mohrrübe für den Kärrnerdienst mehr Gewinn statt dicker Zölle vor die Nase hält. Das wird die EU aber so nicht mitspielen, warum sollte sie. Und dass man diese Nachricht eigentlich nicht als eine Veränderung der Gemengelage sah – und damit zum Thema „Brechstange“ - wurde dadurch erkennbar, dass der DAX Future am Mittwochabend, als die Nachricht bekannt wurde, nicht reagierte … und auch am Donnerstagmorgen, als der Future wie immer schon eine Stunde vor dem Xetra-Start lief, keine großen Ausschläge nach oben auftraten. Das änderte sich auf die Minute genau um 9:00 Uhr, als der reguläre Xetra-Handel begann. Da wirkte es, als wäre diese „Nachricht“, auf die beim DAX Future keiner reagieren wollte, eine Sensation. Die Autobauer nebst Conti zogen den DAX nach oben, lagen nach Linde auf den Plätzen zwei bis fünf der DAX-Gewinnerliste. Und die Schar der Zulieferer im MDAX zog gleich mal mit. Das wirkt absurd und ist es auch. Was aber nicht heißen soll, dass diese Kaufwelle nicht verfangen, weitere Käufe nach sich ziehen könnte. Wobei …




… da so mancher wohl mit dem Kopf schüttelte eingedenk des Umstands, dass die US-Strafzölle gegen China jetzt in Kraft treten und die Gegenmaßnahmen schon in der Pipeline sind. Aber auch an der Wall Street mimte man gestern gute Laune. Die großen US-Indizes zogen kräftig an, als ob diese Nachricht über die Schnapsidee mit den gegenseitigen Nullzinsen, den Falschen vorgetragen, die Lage für die USA wirklich verändern würde. Wobei es wohl auch darum ging, a) Short-Gewinne einzudecken, als die Kurse plötzlich stiegen und b) für den Fall der Fälle, dass diese nächste Runde im Streit mit China Verkäufe auslöst, schon einmal einen Risikopuffer einzuziehen. Was ein ziemlich typisches Verhalten wäre … wobei es für den Dow Jones wieder nur an, nicht aber über die 200-Tage-Linie gereicht hat. Und allzu viel anders sieht das Bild beim DAX auch nicht aus. Zwar hat dieser Kursanstieg eine Mini-Bodenbildung abgeschlossen. Aber die entscheidenden Widerstände kommen ja erst noch. Die dichte Widerstandszone zwischen 12.547 und 12.947 Punkten wird so leicht nicht zu bezwingen sein, nicht mit diesem dünnen Polster angeblicher „good news“. Zwar ist es sinnvoll, mit bestehenden Short-Trades sicherheitshalber sprungbereit zu sein, aber da wäre ein Stop Loss bei 12.590 Punkten, der jetzt auch die am Donnerstag bei 12.573 Zählern gelegene 20-Tage-Linie mit einfängt, als Absicherung ja durchaus opportun. Man könnte aber überlegen, den Stop Loss nur für heute in einen Stoppkurs auf Schlusskursbasis umzuwandeln, für den durchaus denkbaren Fall, dass es, z.B. wegen der um 14:30 Uhr anstehenden US-Arbeitsmarktdaten, zu einem kurzzeitigen Überschießen nach oben kommt. Käme der DAX dann nicht mehr zurück, müsste man den Short-Trade zwar auf höherem Niveau glattstellen, hätte aber dafür nicht das Risiko, durch einen kurzen Peak unglücklich aus dem Markt gespült zu werden. 


Widerstände: 12.547 / 12.573 / 12.678 / 12.745 / 12.780 / 12.810 / 12.848 / 12.947 / 13.204 / 13.525 / 13.597

Unterstützungen: 12.003 / 11.831 / 11.727 


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