Autor

Carsten Brzeski
Chefvolkswirt der ING-DiBa
@carstenbrzeski

Kein Ende in Sicht? Neue Preistreiber am Wohnimmobilienmarkt

Montag, 13. Dezember 2021

Im zweiten Quartal dieses Jahres wurde mit einer Preissteigerung von 10,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr der stärkste Anstieg für Immobilienpreise seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000 verzeichnet. Entspannung ist allerdings noch nicht in Sicht. Im Gegenteil, insbesondere Neubauten dürften in den kommenden Monaten eine deutliche Preissteigerung verzeichnen, denn der Immobilienmarkt hat einen neuen Treiber: Bau(stoff)preise.

Hauspreisindex für Neubauten und Baukosten

Quelle: Destatis, ING Berechnungen

Neben einer Reihe altbekannter Faktoren wie den günstigen Finanzierungsbedingungen und einem unausgeglichenen Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage am Immobilienmarkt schlagen sich die in Folge der Corona-Pandemie stark gestiegenen Materialkosten nun ebenfalls auf die Immobilienpreise nieder. Im zweiten Quartal dieses Jahres stiegen diese um 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Baukosten, in welche die Material- neben den Arbeitskosten, einfließen, stiegen um insgesamt 4,3 Prozent. Getrieben werden die Preise anhand einer ganzen Reihe an Faktoren: Angefangen bei den anhaltenden Lieferkettenstörungen, die dafür sorgen, dass wichtige Rohstoffe verknappt und teuer sind, über gestiegene Gas- und Strompreise, welche die Produktionskosten der Vorprodukte in die Höhe schnellen lassen, bis hin zu einem Mangel an Arbeitskräften. Da wir nicht erwarten, dass sich diese Probleme schnell auflösen werden, ist ein Sinken der Baukosten in absehbarer Zeit unwahrscheinlich. Die aktuelle Steigerung wird sich auch im nächsten Jahr am Wohnimmobilienmarkt bemerkbar machen und spätestens im dritten Quartal 2022 dem (Neubau-)Wohnimmobilienmarkt einen erneuten Preisschub verpassen.

Download unserer Studie „Neue Preistreiber am Wohnimmobilienmarkt

Wichtige rechtliche Hinweise

Wichtige rechtliche Hinweise Die obigen Beiträge und Informationen stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlungen zum Erwerb, Halten oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Es handelt sich auch nicht um eine Finanzanalyse, sondern um eine Werbemitteilung. Die Inhalte erfüllen nicht alle gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalyen und unterliegen keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen. Die Inhalte geben nicht die Meinung der ING Bank N.V. wieder, sondern der Autoren der angegebenen Quelle. Der Verfasser übernimmt trotz sorgfältiger und eingehender Prüfung keine Gewähr für die Vollständigkeit, Aktualität, Korrektheit oder Qualität der zur Verfügung gestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den Verfasser oder die ING Bank N.V., aufgrund von Schäden materieller oder ideeller Art durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen, beziehungsweise die durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen entstanden sind, werden grundsätzlich ausgeschlossen. Der Autor erklärt, dass er beziehungsweise sein Arbeitgeber oder eine mit ihm oder seinem Arbeitgeber verbundene Person im Besitz von Finanzinstrumenten sein könnte, auf die sich die Inhalte beziehen, beziehungsweise in den letzten 12 Monaten an der Emission des analysierten Finanzinstruments beteiligt gewesen sein könnte . Hierdurch besteht die Möglichkeit eines Interessenskonfliktes. Der Autor versichert, dass sämtliche Inhalte unter Beachtung journalistischer Sorgfaltspflichten, insbesondere der Pflicht zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung sowie der erforderlichen Sachkenntnis, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit erstellt und veröffentlicht werden.