Autor

Carsten Brzeski
Chefvolkswirt der ING-DiBa
@carstenbrzeski

Chart of the Week Weniger verbrauchen, weniger sparen

Freitag, 22. April 2022

Während Ökonomen durch stark schwankende Preise wie die von Energie und Lebensmitteln gerne „hindurchsehen“ und sich auf die Kerninflation konzentrieren, die diese ausblendet, nehmen Verbraucher vor allem die Preisveränderungen dieser Güter war – ob nun an der Zapfsäule oder der Supermarktkasse.

Die Wahrnehmung der Verbraucher stand auch im Fokus einer repräsentativen ING-Umfrage im März 2022. Unter anderem wurden die Befragten gebeten, die Preissteigerung der Güter einzuschätzen, die sie normalerweise konsumieren.

„Glauben Sie, dass die Preise für die Waren und Dienstleistungen, die Sie normalerweise kaufen, in den kommenden 12 Monaten im Vergleich zu heute steigen oder fallen werden?“

Quelle: ING Consumer Research


Dabei zeigte sich:

  • Die Inflationsrate ihrer regelmäßig erworbenen Güter schätzen die Deutschen auf durchschnittlich 14,0 Prozent über die letzten 12 Monate – dieser Wert liegt fast doppelt so hoch wie die vom Statistischen Bundesamt im März 2022 ermittelte Teuerungsrate von 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat
  • Für die kommenden 12 Monate erwarten die Deutschen im Durchschnitt eine Inflationsrate von 11,4 Prozent. 86 Prozent der Befragten gehen von weiter steigenden Preisen aus; zwei Drittel davon erwarten allerdings, dass der Anstieg 10 Prozent nicht überschreitet.
  • Fast die Hälfte berichtet von Auswirkungen auf die eigene Haushalts- oder Finanzplanung. So sparen beispielsweise 22 Prozent weniger oder gar nicht mehr, knapp 10 Prozent haben sogar bestehende Sparguthaben angegriffen.

Zum Download: unsere Studie „Weniger verbrauchen, weniger sparen: Konsumenten reagieren auf die Inflation“

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