DAX massiv überverkauft - Bodenbildung am 200er-EMA?
Trend-Perspektive und Wahrscheinlichkeit: DAX Bearish 80%

Der DAX setzt am heutigen Dienstag seinen gestrigen Sell-off fort und kämpft weiter mit den Folgen des Iran/Israel/USA-Krieges. Nach dem Montags-Absturz, knapp 600 Punkte Verlust, Tagestief bei 24.571 Punkten, dominiert die Risikoaversion das Marktgeschehen. Der Index notiert nun klar unterhalb von 10er-EMA und 50er-EMA im Tageschart, die kurzfristig als Widerstandszonen fungieren. Der Konflikt ist an Tag drei weiter eskaliert. Israel und die USA haben in der Nacht zeitgleich Ziele in Teheran und Beirut angegriffen, Iran intensivierte Gegenangriffe auf US-Stützpunkte im Golf. Besonders markttreibend ist die faktische Sperrung der Straße von Hormus durch die Iranischen Revolutionsgarden, rund 20% der weltweiten Ölversorgung passieren das Nadelöhr. Schiffsverkehrsdaten zeigen einen Rückgang des Verkehrs um 70%. Brent-Öl springt auf rund 82 Dollar, ein Plus von über 13% seit Kriegsbeginn am 28. Februar. Das US-Außenministerium ordnete die Evakuierung nicht-essenziellen Personals aus Bahrain, Irak und Jordanien an; an deutschen Flughäfen werden bis 5. März über 450 Flüge gestrichen.
An der Konjunkturfront steht um 11:00 Uhr der Eurozone-VPI-Flash für Februar im Fokus. Die Prognose lautet auf 1,7% im Jahresvergleich, Kernrate unverändert bei 2,2%. Ein inline-Ergebnis würde EZB-Zinssenkungserwartungen stützen, wenngleich der Ölpreisanstieg mittelfristig Inflationsdruck aufbauen könnte. Am Nachmittag äußern sich FOMC-Mitglieder Williams (15:55 Uhr) und Kashkari (17:45 Uhr) zum Zinsausblick. Nach US-Börsenschluss berichtet CrowdStrike für das 4. Quartal des Geschäftsjahres 2026, der Cybersicherheitskonzern gilt als Stimmungsbarometer für den Technologiesektor. Zudem berichten heute Thales, Schaeffler, Autozone, Beiersdorf und Target ihre Zahlen zum Quartal. Im weiteren Wochenverlauf folgen Adidas und die DAX-Indexüberprüfung (Mittwoch) sowie DHL (Donnerstag); den Wochenabschluss bilden Lufthansa, Merck KGaA und die US-Non-Farm Payrolls am Freitag. Solange der DAX unterhalb der Ichimoku-Wolke im Tageschart notiert, überwiegt der Verkaufsdruck. Der 200er-EMA bei 23.890 sichert den langfristigen Aufwärtstrend weiterhin weit unten ab. Hier sollte der DAX spätestens nach oben abdrehen, um das langfristige Aufwärtsmomentum beizubehalten.

Handelsmöglichkeiten
Der DAX steht weiter unter massivem Abgabedruck und sollte den 200er-EMA im Tageschart um 23.890 Punkte anlaufen. Um 23.930 Punkte verläuft derzeit auch der 10er-EMA im Monatschart, der immer wieder als Auffangmarke bei stärkeren Korrekturen diente.
Widerstände: 24.100 / 24.250 / 24.300 Punkte
Unterstützungen: 24.000 / 23.930 / 23.890 Punkte
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