DAX - Erholung läuft, doch wie weit?
Trend-Perspektive und Wahrscheinlichkeit: DAX Bullish 60%

Der DAX befindet sich nach dem vorherigen Kursrutsch in einer Gegenbewegung und hat bereits die Marke von 26.000 Punkten wieder nach oben durchbrochen. Vorbörslich zeigt sich der DAX am heutigen Freitagmorgen im Bereich von 26.070 Punkten, nachdem er am Vortag noch bei 26.034 Punkten aus dem Handel gegangen war. Auf der Oberseite befinden sich jetzt der 10er-EMA bei 26.100 Punkten und das mittlere Bollingerband bei 26.220 Punkten als wichtige Widerstände. Solange der DAX hier nicht nachhaltig nach oben durchbricht, ist im weiteren Kursverlauf mit einer Fortsetzung der Korrektur im Aufwärtstrend zu rechnen. Mittelfristig könnte die Korrektur auch den Bereich des unteren noch offenen Gaps bei 25.130 Punkte anlaufen. Bricht der DAX doch nach oben durch, wäre zunächst mit einem weiteren Anstieg bis 26.700 Punkte zu rechnen.
Unterstützung erhielt die Gegenbewegung durch Aussagen von Fed-Gouverneur Christopher Waller. In einer Rede am Donnerstag erklärte er, dass vor der FOMC-Sitzung am 15. und 16. September noch der heutige Arbeitsmarktbericht und die Inflationsdaten am 11. September anstehen. Dabei dürfte insbesondere der Inflationsbericht seine Entscheidung maßgeblich beeinflussen. Sollte die Inflation weiter nachlassen, wäre Waller geneigt, für unveränderte Leitzinsen zu stimmen. Bei einem erneuten Anziehen würde er dagegen eine Zinserhöhung in Betracht ziehen. Nach seiner Einschätzung schränkt die Geldpolitik die gesamtwirtschaftliche Nachfrage derzeit nur leicht ein. Damit setzte Waller einen Kontrapunkt zur Rede von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole. Warsh hatte die Inflation weiterhin als zu hoch bezeichnet und angedeutet, dass noch geldpolitischer Handlungsbedarf bestehen könnte. Die nach Jackson Hole deutlich gestiegene, vom Terminmarkt abgeleitete Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung ging nach Wallers Äußerungen wieder zurück. Am Nachmittag steht um 14:30 Uhr mit dem US-Arbeitsmarktbericht für August die wichtigste Datenveröffentlichung der Woche an. Laut Reuters-Konsens wird mit rund 56.000 neuen Stellen gerechnet, nachdem die Beschäftigung im Juli um 23.000 Stellen zurückgegangen war. Die Arbeitslosenquote soll bei 4,1 Prozent verharren. Bei den durchschnittlichen Stundenlöhnen wird ein Anstieg um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat erwartet, nach 0,1 Prozent im Juli. Für die Zinsdebatte dürfte insbesondere die Lohnentwicklung relevant sein. Robuste Beschäftigungs- und Lohndaten könnten die Argumente für eine Zinserhöhung stärken, während schwächere Zahlen den Befürwortern unveränderter Zinsen Rückenwind geben würden. Mit den US-Verbraucherpreisen folgt am 11. September der zweite zentrale Datenpunkt vor der Zinsentscheidung. Zudem beginnt am heutigen Freitag die IFA 2026 in Berlin. Die Messe für Unterhaltungselektronik, Hausgeräte und Zukunftstechnologien findet vom 4. bis 8. September statt.

Handelsmöglichkeiten
Der DAX befindet sich wahrscheinlich in der tiefen Korrektur im übergeordneten Aufwärtstrend, könnte allerdings vor einer weiteren Erholung über 26.000 Punkte hinaus stehen, bevor es dann wahrscheinlich weiter Richtung 25.130 Punkte zum unteren offenen Gap abwärtsgeht. Die Erholung läuft aktuell und wird Hinweise auf den möglichen weiteren Kursverlauf geben.
Widerstände: 26.100 / 26.200 / 26.300 Punkte
Unterstützungen: 26.000 / 25.920 / 25.800 Punkte
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