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Technische Analyse

DAX - Gap bei 21.498 Punkte in Reichweite

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Trend-Perspektive und Wahrscheinlichkeit: DAX Bearish 60%

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Der DAX ist am Freitag erneut stark unter Druck geraten und mit einer langen bärischen Tageskerze bei 22.102 Punkten aus dem Handel gegangen. Damit nähert sich der DAX der runden Marke von 22.000 Punkten und dem nächsten unteren offenen Gap bei 21.498 Punkten. Im frühen Handel kann der DAX allerdings etwas ansteigen und auf 22.240 Punkte hochziehen. Hält die Zone um 22.100 bis 22.200 Punkte und bestätigt sich die Erholung, könnte eine Gegenbewegung in Richtung 22.500 bis 22.700 Punkte Richtung 10er-EMA im Tageschart einsetzen, der aktuell um 22.750 Punkte notiert. Positiv überraschende Kommentare von Fed-Chef Jerome Powell am heutigen Nachmittag um 16:30 Uhr zu möglichen Zinssenkungen angesichts der Konjunkturrisiken oder eine diplomatische Wendung im Iran-Konflikt könnten als Katalysator wirken. Die extreme Angstlage beim Fear & Greed Index und der hohe AAII-Bearish-Anteil sprechen aus konträrer Sicht für eine kurzfristige Bodenbildung. Fällt der DAX unter 22.000 Punkte öffnet sich der Weg zum Crash-Tief bei 21.860 Punkte und zum offenen Gap bei 21.498 Punkten. Eine weitere Eskalation an der Straße von Hormus, ein Scheitern der Trump-Frist am 6. April, oder ein hawkisher Powell-Auftritt angesichts steigender Energiepreise könnten den Abverkauf jedoch beschleunigen. Die Krisenlage an den Rentenmärkten mit deutschen 10-jährige Bund-Renditen auf 2011er-Topniveau birgt zusätzliches systemisches Risiko.

Die geopolitische Lage hat sich über das Wochenende verschärft. Israel und Iran melden gegenseitige Angriffe, Israel attackierte erneut Ziele in Teheran, die iranische Revolutionsgarde griff im Gegenzug Ziele in Israel sowie US-Stützpunkte in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Kuwait und Bahrain an. Das Pentagon erwägt laut Wall Street Journal die Entsendung von 10.000 zusätzlichen Bodentruppen, Berichte sprechen von einer wochenlangen Bodenoffensive im Iran. Die USA haben bereits 850 Tomahawk-Marschflugkörper verbraucht, das Pentagon zeigt sich alarmiert über den Munitionsverbrauch. Die Türkei signalisiert einen Militäreinsatz an der Seite Irans, sollten kurdische Truppen sich an Angriffen beteiligen, zudem stellt Trump erneut den NATO-Beistand infrage. Die Zustimmungswerte für Trump in den USA fallen auf historische Tiefs bei 41,2 %, die Ablehnung steigt auf 56,7 %, die Wahrscheinlichkeit einer „Lame Duck"-Präsidentschaft nimmt zu. EU-Wirtschaftskommissar Dombrowski warnt vor Stagflation in Europa durch den Irankrieg. Die Rohstoffmärkte spiegeln die Eskalation: Brent explodiert auf 107,65 Dollar (+2,21 %), WTI auf 100,73 Dollar (+1,09 %). Gold steigt auf 4.557,75 Dollar (+0,74 %), Silber auf 70,63 Dollar (+1,20 %), Kupfer auf 5,513 Dollar (+0,34 %). Erdgas fällt dagegen um 5,49 % auf 2,925 Dollar. An den Rentenmärkten zeichnet sich eine Krisenlage ab. Die 10-jährige Bundesanleihe rentiert bei 3,10 % (Topniveau seit 2011), der 10-jährige US-Bond bei 4,39 %. Die Stimmungsindikatoren bleiben tiefrot. Der Fear & Greed Index fällt auf 10 Punkte, weiter im Bereich Extreme Fear. Bei der AAII-Umfrage dominiert weiterhin der Pessimismus mit 49,8 % Bearish-Anteil gegenüber 32,1 % Bullish und 18,1 % Neutral. Das Verbrauchervertrauen bricht reihenweise ein: Der GfK-Konsumklimaindex für Deutschland fiel auf −28,0 Punkte (niedrigster Stand seit März 2024), Italien auf 92,6 Punkte (Tief seit Oktober 2022), Frankreich auf 89 Zähler (Tief seit November 2025). Im Wirtschaftskalender stehen heute die vorläufigen deutschen Verbraucherpreise für März im Fokus (14:00 Uhr). Im Monatsvergleich wird ein Anstieg von 1,0 % erwartet nach zuvor 0,2 %, im Jahresvergleich 2,7 % nach 1,9 %, getrieben durch die Energiepreisexplosion im Zuge des Irankriegs. Um 12:00 Uhr folgt der Economic Sentiment Index der Eurozone (Konsens 96,8 nach 98,3). Am Nachmittag um 16:30 Uhr kommt der Dallas Fed Manufacturing Business Index (zuvor 0,20, keine Prognose). Zudem spricht Fed-Chef Powell (16:30 Uhr). Powells Aussagen zur Inflations- und Zinsperspektive angesichts der Ölpreisexplosion dürften marktbewegend sein. Auf der Berichtsseite starten heute mit Suss Microtec und Secunet zwei deutsche Unternehmen mit Jahreszahlen in die Woche. Aus den USA berichten vor Börseneröffnung Rezolve AI und PAVmed, nach Börsenschluss Progress Software und DiaMedica Therapeutics.

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Handelsmöglichkeiten

Der DAX steht vor eher weiter fallenden Kursen, solange der 10er-EMA im Tageschart um aktuell etwa 22.750 Punkte nicht mehr nachhaltig nach oben durchbrochen wird. Das Tageshoch im DAX im könnte am heutigen Montag zwischen 22.600 und 22.700 Punkten erreicht werden, das Tagestief zwischen 21.300 und 21.400 Punkten.

Widerstände: 22.300 / 22.500 / 22.700 Punkte

Unterstützungen: 22.000 / 21.400 / 21.300 Punkte

Produktauswahl

Long: NB13AH und NB1078

Short: NB50DU und NB50FQ

Weitere Informationen zum DAX erhalten Sie im Morning Call von heute Morgen hier:
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