Läuft schon die tiefere Korrektur im übergeordneten Aufwärtstrend?
Trend-Perspektive und Wahrscheinlichkeit: DAX Bullish 70%

Der DAX schloss am Mittwoch bei 25.372 Punkten, ein Verlust von 136 Punkten (minus 0,53%). Im Tagesverlauf hatte der Index bei 25.572 Punkten ein neues Wochenhoch markiert. Anschließend drehte der Kurs und gab 200 Punkte vom Tageshoch ab, eine bearishe Umkehr (höheres Hoch, tieferer Schluss). Am Donnerstagmorgen handelt der DAX bei 25.340 Punkten und zeigt sich damit relativ stabil im Vergleich zu den US-Aktienindizes. Die Fed hielt den Leitzins am Vorabend bei 3,50 bis 3,75 Prozent unverändert. Drei FOMC-Mitglieder (Beth Hammack aus Cleveland, Neel Kashkari aus Minneapolis, Lorie Logan aus Dallas) stimmten allerdings für eine Erhöhung um 25 Basispunkte, die meisten Dissens-Stimmen seit September 2016. Fed-Chef Kevin Warsh hat das FOMC-Statement zudem radikal umgestaltet. Die Forward Guidance wurde ersatzlos gestrichen, das Statement drastisch gekürzt. In der Pressekonferenz erklärte Warsh, es gebe „kein weiches Inflationsziel, kein implizites Ziel, nur ein Ziel, und das ist 2 Prozent". Er betonte, die Fed müsse verhindern, dass volatile Preisschocks breitere Zweitrundeneffekte auslösen, und die Wiederherstellung der Inflationsglaubwürdigkeit sei zentral. Den internen Dissens nannte er einen „guten Familienstreit" und verwendete diesen Begriff in seinen öffentlichen Auftritten 13 Mal. Der Anleihemarkt reagierte sofort. Die US-10-Jahres-Rendite stieg um 7 Basispunkte auf 4,67 Prozent. Die US-Aktienindizes gerieten massiv unter Druck. Die Wall Street interpretierte die Kombination aus drei Hike-Stimmen, gestrichener Forward Guidance und aggressiver Inflationsrhetorik als Signal, dass die nächste Fed-Bewegung eher eine Erhöhung als eine Senkung sein wird. Dies ist ein fundamentaler Bruch mit der Powell-Ära.
Microsoft lieferte nach US-Börsenschluss ein Blowout-Quartal. Der Umsatz erreichte 90,0 Milliarden Dollar (plus 18% YoY), deutlich über den erwarteten 87,7 Milliarden. Das EPS von 4,74 Dollar übertraf den Konsens von 4,24 Dollar um 12 Prozent. Meta meldete den gegenteiligen Befund. Der Umsatz wuchs zwar um 28 Prozent auf 60,8 Milliarden Dollar (leichter Beat vs. 60,2 Mrd.), aber das EPS fiel auf 6,18 Dollar, gegenüber dem Konsens von 7,23 Dollar. Der Nettogewinn sank um 14 Prozent auf 15,85 Milliarden Dollar, weil die Kosten um 55 Prozent auf 42,0 Milliarden Dollar stiegen, fast ausschließlich getrieben durch KI-Infrastrukturausgaben. Die Q3-Umsatzprognose von 61 bis 64 Milliarden Dollar enttäuschte am unteren Ende (unter dem Konsens von 63,15 Milliarden). Die Aktie brach nachbörslich um 9,6 Prozent ein. Die Sentimentdaten bestätigen das konträre Bild. Das AAII-Sentiment für die Woche bis zum 29. Juli zeigt 31,0 Prozent Bullen (von 29,6%), 42,1 Prozent Bären (von 42,3%) und einen Bull-Bear-Spread von minus 11,1 (von minus 12,7). Die Bären dominieren weiterhin massiv gegenüber dem historischen Durchschnitt (31,0% bearish). Der CNN Fear and Greed Index steht bei 32 (Fear), gefallen von 38 vor einer Woche und 68 (Greed) vor einem Jahr. Beide Indikatoren zeigen ausgeprägte Angst im Markt, die historisch als konträrer Kaufindikator funktioniert. Die Kombination aus hoher Bären-Quote und Fear-Werten unter 35 hat in der Vergangenheit häufig Wendepunkte markiert.

Handelsmöglichkeiten
Der DAX zeigt sich im frühen Handel am heutigen Donnerstag relativ stabil bei 25.340 Punkten, könnte aber vor einem Rücksetzer zum unteren offenen Gap bei 25.130 Punkten stehen. Der heutige erwartete Tagestiefbereich bei möglichen Kursabgaben befindet sich unverändert bei 25.200 bis 25.100 Punkte. Der vermutete Tageshochbereich weiter um 25.700 bis 25.800 Punkten bei einem weiteren Anstieg.
Widerstände: 25.400 / 25.600 / 25.800 Punkte
Unterstützungen: 25.200 / 25.100 / 25.000 Punkte
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