DAX - Bullische Tageskerze Hinweis auf Erholung?
Trend-Perspektive und Wahrscheinlichkeit: DAX Bullish 60%

Der DAX schloss am Dienstag bei 25.427 Punkten nach einer Sitzung mit hoher Intraday-Volatilität. Im Tagestief fiel der Kurs auf 25.177 Punkte und näherte sich damit dem auf dem Chart markierten Gap bei 25.130 Punkten, bevor Käufer den Kurs zurück auf das Eröffnungsniveau drückten. An der Wall Street verlor der Dow Jones 328 Punkte auf 52.093 Punkte, der S&P 500 fiel 0,45 Prozent auf 7.586 Punkte. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg zwischenzeitlich auf 5,04 Prozent, den höchsten Stand seit 2023, und schloss bei 5,00 Prozent. Am heutigen Mittwochmorgen wird der DAX vorbörslich bei 25.480 Punkten indiziert. Der DAX könnte nach der bullischen Tageskerze vor einer Erholung stehen, bevor es dann wahrscheinlich nach dem Verfallstermin am Freitag zu weiter fallenden Kursen kommen sollte. Generell wird im DAX Stand heute mit einer Korrektur bis Ende September gerechnet.
Heute Abend um 20:00 Uhr verkündet die US-Notenbank Fed ihren Zinsentscheid, begleitet von ak-tualisierten Projektionen im Dot Plot und einer Pressekonferenz (ab 20:30 Uhr) von Fed-Chef Kevin Warsh. Die Prognosemärkte implizieren eine Wahrscheinlichkeit von bis zu 84 bis 88 Prozent für eine Anhebung um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent. Der August-CPI mit einer Kernrate von 0,3 Prozent über der Prognose und der ISM Services Prices Paid auf deutlich erhöhtem Niveau liefern den Falken dafür die nötigen Argumente. Gleichzeitig brach das Michigan-Verbrauchervertrauen auf 47,8 Punkte ein. Die Fed steht vor einem Dilemma zwischen Inflationsbekämpfung und einer Wirtschaft, in der der Konsument zunehmend unter Druck gerät. Um 14:30 Uhr werden vorab die US-Einzelhandelsumsätze für August veröffentlicht, ein weiterer Datenpunkt für die Debatte um die Kon-sumverfassung. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe durchbrach gestern wieder die Mar-ke von fünf Prozent und erreichte im Tageshoch 5,04 Prozent, den höchsten Stand seit 2023. Steven Barrow, Leiter der G10-Strategie bei der Standard Bank in London, hob daraufhin seine Jahresende-prognose auf 5,2 Prozent an und erwartet 5,3 Prozent im ersten Quartal 2027. Er nennt strukturelle Kräfte als Treiber, von globalen Lieferkettenverwerfungen über klimabedingte Angebotsschocks bis zu Arbeitskräftemangel durch restriktive Einwanderungspolitik. Laut Standard Bank werfen nur noch 4,5 Prozent der S&P-500-Aktien eine höhere Dividendenrendite ab als die Zehnjahres-Staatsanleihe, 2016 waren es 63,4 Prozent. Diese Verschiebung zwingt Anleger, Aktien gegen eine risikofrei ver-fügbare Fünf-Prozent-Rendite zu rechtfertigen. Brent notierte bei rund 107,50 Dollar, leicht unter den Spitzenwerten von 109 Dollar am Montag, die Drei-Fronten-Krise an der Straße von Hormus, der Meeresstraße von Bab al-Mandab und an der saudischen Ost-West-Pipeline hält die Energiepreise auf einem Niveau, das den Inflationsdruck verstetigt. Gold fiel auf rund 4.300 Dollar und dürfte unterhalb von 4.400 Dollar vor weiteren Abgaben stehen. Die steigenden Realzinsen verdrängen die geo-politische Prämie.

Handelsmöglichkeiten
Der DAX befindet sich weiterhin in der tiefen Korrektur im übergeordneten Aufwärtstrend. Am Vortag drehte der DAX knapp über dem unteren Gap bei 25.130 Punkten wieder nach oben ab und ging mit einer bullischen Tageskerze mit einem langen untere Schatten aus dem Handel. Der DAX könnte nun vor einer Gegenbewegung innerhalb der weiteren Korrektur stehen, solange das Vortagestief nicht mehr nach unten durchbrochen wird. Wahrscheinlich gefolgt von weiteren Abgaben bis Ende Sep-tember.
Widerstände: 25.600 / 25.800 / 26.000 Punkte
Unterstützungen: 25.400 / 25.130 / 25.000 Punkte
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