DAX dreht im Korrekturzielbereich nach oben ab
Trend-Perspektive und Wahrscheinlichkeit: DAX Bullish 60%

Der DAX beendete den Mittwoch bei 25.506 Punkten und damit 0,3 Prozent über dem Vortagesschluss. Die Spanne blieb mit einem Tagestief von 25.365 Punkten und einem Tageshoch von 25.601 Punkten vergleichsweise eng, der Handel vor dem Fed-Entscheid fand ohne klare Richtung statt. Am heutigen Donnerstagmorgen wird der Index bei 25.659 Punkten indiziert und notiert damit wieder über dem 10er-EMA, der bei 25.651 Punkten verläuft. Der RSI(5) hat sich von 29,90 am Dienstag auf 52,50 erholt und steht damit im neutralen Bereich. Nach oben liegt die nächste Hürde im Bereich von 25.800 Punkten, nach unten bleibt das auf dem Chart markierte Gap bei 25.130 Punkten die Referenz. Wahrscheinlich befindet sich der DAX in einer Erholung innerhalb der weiter laufenden Korrektur und wahrscheinlich wird die Abwärtsbewegung in der kommenden Woche nochmal neue Dynamik bekommen. Laut saisonalen Daten ist die zweite Septemberhälfte die schwächste Monatshälfte im Börsenjahr und nach US-Leitzinserhöhungen ist für einige Tage mit eher schwächeren Kursen zu rechnen. Zudem ist am morgigen Freitag der große Verfallstermin, der kurzfristig stützen könnte, aber in der kommenden Nachverfallswoche für weiteren Abwärtsdruck sorgen dürfte. Ende Sep-tember/Anfang Oktober sollte von der Zeit her die Korrektur langsam auslaufen.
Am Vorabend stand der US-Leitzinsentscheid im Fokus. Die US-Notenbank hob den Leitzins ein-stimmig um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent an, die erste Anhebung seit 2023. Ausschlaggebend für die Marktreaktion war nicht der Schritt selbst, der seit Tagen eingepreist war, sondern das, was danach kam. Der aktualisierte Dot Plot zeigt bei 16 der 18 Mitglieder mindestens eine weitere Anhebung in diesem Jahr, der Median liegt zum Jahresende bei 4,1 Prozent. Fed-Chef Kevin Warsh begründete den Schritt damit, dass die Inflation zu hoch sei und das seit zu langer Zeit, und dass der Ausschuss noch nicht überzeugt sei, dass sich die zugrundeliegende Teuerung schnell genug in Richtung des Ziels bewegt. Die Wall Street gab daraufhin nach. US-Präsident Do-nald Trump forderte unmittelbar danach über Truth Social Zinsen von einem Prozent oder weniger, ließ Warsh persönlich dabei aber unangetastet. Über Nacht setzte am Anleihemarkt eine Gegenbewegung ein. Die Zwei-Jahres-Rendite gab zwei Basispunkte auf 4,71 Prozent nach, nachdem sie im direkten Nachgang des Entscheids noch deutlich angezogen hatte, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen hält sich um die Marke von fünf Prozent. Die US-Futures drehten ins Plus, für den S&P 500 um rund 0,6 Prozent, für den Nasdaq 100 um etwa 0,7 Prozent. Am Ölmarkt fiel Brent auf rund 105 Dollar, nachdem Saudi-Arabien angekündigt hatte, etwa die Hälfte der Transportkapazität der am 12. September getroffenen Ost-West-Pipeline binnen weniger Tage wiederherzustellen. Das ist die erste greifbare Entlastung in einer Versorgungskrise, die neben der Pipeline die Straße von Hormus und die Meerenge von Bab al-Mandab umfasst, und sie nimmt etwas Druck aus genau dem Inflationsargument, das die Fed gestern Abend in den Vordergrund gestellt hat. Gold erholte sich nach drei Verlusttagen auf rund 4.290 Dollar. Die heute veröffentlichte AAII-Umfrage zeigt eine deutli-che Verschiebung in der Stimmung der Privatanleger. Der Bärenanteil sprang von 39,3 auf 53,3 Prozent, während die Bullen von 38,0 auf 28,8 Prozent zurückfielen. Die Neutralen schrumpften auf 17,9 Prozent, die Lager sind also klar bezogen. Der CNN Fear and Greed Index steht bei 26 und damit tiefer in der Angstzone als die 30 vom Montag, vor einem Monat lag er bei 64. Der NAAIM Exposure Index der aktiven Vermögensverwalter notiert dagegen bei 87,19, die professionelle Positionierung ist der Stimmung der Privatanleger also nicht gefolgt. Das Sentiment-Barometer von Goldman Sachs liegt bei minus 0,5. Auf der Saisonalseite beginnt am 24. September das DAX-Herbstfenster, das bis zum 12. Dezember läuft und in der Vergangenheit in 90 Prozent der Fälle positiv ausfiel, im Durchschnitt mit 4,71 Prozent und im Median mit 6,16 Prozent, zuletzt sieben Mal in Folge.

Handelsmöglichkeiten
Der DAX ist in den Vortagen im Bereich des ersten Korrekturrechtecks und nur leicht über dem unteren noch offenen Gap bei 25.130 Punkten wieder nach oben abgedreht und befindet sich in einer Erholung. Wahrscheinlich nur eine Erholung innerhalb der weiter laufenden Korrektur, es sollte wohl noch ein weiteren Rücklauf kommen.
Widerstände: 25.600 / 25.800 / 26.000 Punkte
Unterstützungen: 25.400 / 25.130 / 25.000 Punkte
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