DAX rutscht auf 10er-EMA ab
Trend-Perspektive und Wahrscheinlichkeit: DAX Bullish 50%

Der DAX notiert am Dienstagmorgen bei 26.235 Punkten und damit deutlich unter dem Vortagesschluss von 26.322 Punkten. Am Montag verlor der Index vom Eröffnungskurs bei 26.487 Punkten durchgehend und schloss nahe dem Tagestief von 26.295 Punkten, ein Minus von 165 Punkten. Der RSI(5) ist von 86,14 auf 57,61 eingebrochen und hat das überkaufte Terrain in einer einzigen Sitzung verlassen. Vorbörslich testet der Kurs erstmals seit der V-Recovery-Rally den 10er-EMA bei 26.240 Punkten. An der Wall Street schloss der S&P 500 am Montag 0,52 Prozent tiefer bei 7.745 Punkten, der Dow Jones verlor 273 Punkte (minus 0,51 Prozent) auf 53.460 Punkte. Der Ölpreisanstieg und die kletternden Anleiherenditen belasteten. Der NY Empire State Manufacturing Index überraschte zwar mit 20,6 Punkten (Prognose 11,0, Vormonat 15,6) und erreichte den höchsten Stand seit über vier Jahren, konnte die Verluste aber nicht aufwiegen. Das Auslaufen der 60-tägigen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran am Montag hat die geopolitische Lage dramatisch verschärft. US-Präsident Donald Trump schloss eine Verlängerung aus und drohte dem Sultanat Oman mit Bombardierung, sollte es "im Weg stehen". Teheran kündigte den Übergang zu einer "voll offensiven" Militärstrategie an. Die Verhandlungen über die Straße von Hormus sind festgefahrenen der Schiffsverkehr durch die Meerenge ist nahezu zum Erliegen gekommen. Am Sonntag passierten nur noch drei Schiffe die Passage bei einem Fünf-Tage-Durchschnitt von zwölf, verglichen mit 130 bis 140 Schiffen pro Tag vor dem Krieg. US-Finanzminister Scott Bessent hatte für diese Woche "beispiellose" Sekundärsanktionen angekündigt, die nun in den Kontext einer erneuten militärischen Eskalation fallen. Brent sprang am Dienstagmorgen auf 91,56 Dollar, ein Plus von über drei Dollar seit Montagmorgen (88,29 Dollar). Die US-Anleiherenditen haben eine neue Dimension erreicht. Die 30-jährige Treasury-Rendite stieg am Montag auf 5,31 Prozent, den höchsten Stand seit Juni 2007. Die 10-jährige Rendite kletterte auf 4,72 Prozent, die 2-jährige auf 4,18 Prozent.
Am heutigen Dienstag stehen um 11:00 Uhr die deutschen ZEW-Konjunkturerwartungen für August im Fokus (Prognose 30,0 nach 26,3, Lagebeurteilung Prognose minus 68,8 nach minus 77,6). Home Depot berichtet vor Handelsstart (Konsens EPS 4,71 Dollar, Umsatz rund 47 Milliarden Dollar), wobei ein Interims-Vorstand die Geschäfte führt, nachdem CEO Ted Decker am 12. August krankheitsbedingt pausiert hat. Morgen treten neue US-Zölle von 50 Prozent auf eine breite Palette kanadischer Güter in Kraft (Section 338), was die Forward Guidance besonders relevant macht. Am Nachmittag folgen um 14:30 Uhr die US-Baubeginne für Juli (Prognose 1,350 Millionen nach 1,427 Millionen) und um 15:15 Uhr die US-Industrieproduktion (Prognose plus 0,3 Prozent MoM nach plus 0,1 Prozent). Am Mittwoch kommen die finalen Eurozone-Inflationsdaten für Juli (Schnellschätzung 2,9 Prozent Jahresrate) und abends das Fed-Protokoll.

Handelsmöglichkeiten
Der DAX zeigt sich im frühen vorbörslichen Handel um 26.235 Punkte, nachdem er am Vortag bei 26.322 Punkten aus dem Handel gegangen war. Als wichtiger Signalgeber für den weiteren Kursverlauf dient weiterhin der 10er-EMA bei 26.240 Punkten. Solange der DAX darüber notiert sind zunächst weiter steigende Kurse zu erwarten, fällt der DAX nachhaltig darunter, könnte dies der Beginn der erwarteten tieferen Korrektur sein.
Widerstände: 26.250 / 26.300 / 26.400 Punkte
Unterstützungen: 26.240 / 26.200 / 26.000 Punkte
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