DAX - Vorbörsliche Erholung
Trend-Perspektive und Wahrscheinlichkeit: DAX Bearish 60%

Der DAX konnte am Montag 320 Punkte (+1,45 %) auf 22.422 Punkte zulegen und damit einen Teil des Freitagsabverkaufs aufholen. Vorbörslich notiert der Index am Dienstagmorgen bei rund 22.610 Punkten und nähert sich damit dem 10er-EMA bei 22.758 Punkten, dem ersten ernsthaften dynamischen Widerstand. Der 200er-EMA bei 23.765 Punkten und der 50er-EMA bei 23.833 Punkten bleiben weit entfernt, ebenso die Ichimoku-Wolke, die als massiver Deckel fungiert. Die Schlüsselmarke nach unten bleibt das Crash-Tief bei 21.860 Punkten, nach oben wäre ein nachhaltiger Anstieg über den 10er-EMA ein erstes bullisches Signal. Gelingt dem DAX der Sprung über den 10er-EMA bei 22.758 Punkten, öffnet sich zunächst Potenzial bis 23.200/23.400 Punkte. Window-Dressing-Käufe zum Quartalsende und die extreme Angstlage im Sentiment könnten als Kontra-Katalysator eine kurzfristige Erholungsrallye auslösen. Mögliche positive Signale aus den Iran-Verhandlungen würden den Ölpreis drücken und Aktien stützen. Scheitert der DAX an der 22.750er-Zone und dreht wieder nach unten ab, geraten 22.100 (Freitagstief) und das Verlaufstief bei 21.860 Punkten erneut in den Fokus.
Die Lage im Iran-Krieg bleibt hochexplosiv. Ein kuwaitischer Öltanker wurde in den Gewässern vor Dubai von einer Drohne getroffen, was den Ölpreis zeitweise auf über 115 Dollar je Barrel Brent trieb, bevor die Notierungen nach Löschung des Brandes wieder nachgaben. Damit stieg die Zahl der im und um den Persischen Golf getroffenen Schiffe auf mindestens 23. Brent notiert aktuell bei 107,11 Dollar (−0,26 %), WTI bei 102,75 Dollar (−0,13 %). US-Präsident Donald Trump signalisierte einerseits Gesprächsbereitschaft und lobte Fortschritte mit einem angeblich neuen iranischen Regime, drohte aber gleichzeitig mit Angriffen auf iranische Ölanlagen und Entsalzungsanlagen. Das Wall Street Journal berichtete zudem, Trump sei bereit, den Krieg auch ohne Wiederöffnung der Straße von Hormus zu beenden, eine Meldung, die den Ölpreis kurzfristig drückte. Zugleich läuft das US-Ultimatum zum 06. April weiter und die US-Truppenaufstockung hält ebenfalls weiter an.Der heutige Wirtschaftskalender ist als Quartalsultimo dicht belegt. Aus der Eurozone kommen die vorläufigen Inflationsdaten für März, besonders wichtig vor dem Hintergrund der Energiepreisexplosion. Frankreich meldet seine vorläufige Inflationsrate im Jahresvergleich für März. In den USA wird der Chicago PMI für März veröffentlicht, der die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe der Region abbildet. Die laufende Woche ist durch Karfreitag (3. April) und die kommende Woche durch den Ostermontag (6. April) verkürzt, die Frankfurter Börse ist an beiden Tagen geschlossen. Diese verkürzte Handelswoche dürfte zu reduzierter Liquidität und erhöhter Volatilität führen.

Handelsmöglichkeiten
Der DAX steht vor eher weiter fallenden Kursen, solange der 10er-EMA im Tageschart um aktuell etwa 22.750 Punkte nicht mehr nachhaltig nach oben durchbrochen wird. Das Tageshoch im DAX könnte heute zwischen 22.900 und 23.000 Punkten erreicht werden, das Tagestief zwischen 22.000 und 22.100 Punkten.
Widerstände: 22.700 / 22.750 / 23.000 Punkte
Unterstützungen: 22.500 / 22.000 / 21.900 Punkte
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