WDH/ROUNDUP: Airbus liefert trotz Rumpfteil-Ärger mehr Jets aus -
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TOULOUSE (dpa-AFX) - Der weltgrößte Flugzeughersteller Airbus <NL0000235190> hat trotz aufwendiger Nacharbeiten wegen mangelhafter Rumpfteile im vergangenen Jahr fast 800 Passagierjets ausgeliefert. Insgesamt fanden 793 neue Maschinen den Weg zu ihren Käufern und damit vier Prozent mehr als im Vorjahr, wie der europäische Konzern am Montagabend in Toulouse mitteilte. Ursprünglich hatte sich Konzernchef Guillaume Faury rund 820 Jets vorgenommen, musste sein Ziel wegen der Überprüfung von Rumpfverkleidungen an hunderten Maschinen jedoch Anfang Dezember auf rund 790 Flugzeuge kappen.
Schon 2024 hatte Faury sein ursprüngliches Auslieferungsziel zusammengestrichen. Damals waren Zulieferer mit der Lieferung wichtiger Teile wie Triebwerken nicht hinterhergekommen. Daher hatte Airbus statt der ursprünglich angepeilten 800 Maschinen nur 766 Jets an seine Kunden übergeben. Auch im Jahr 2022 hatte der Hersteller sein ursprüngliches Auslieferungsziel verfehlt. An der Börse kam die neueste Nachricht zu den Auslieferungen gut an. Die im Dax notierte Aktie legte am Dienstagvormittag um bis zu 0,8 Prozent auf das Rekordhoch von 217,90 Euro an.
Das Papier befindet sich seit einiger Zeit auf einem Höhenflug. Mit dem Anstieg vom Dienstag baute die Airbus-Aktie ihr Jahresplus auf knapp zehn Prozent aus. 2025 war der Kurs um rund 28 Prozent angestiegen. Seit dem Tief infolge der Corona-Pandemie zog der Börsenwert um rund 340 Prozent an - das heißt, der Kurs hat sich mehr als vervierfacht. Mit einem Börsenwert von 170 Milliarden Euro zählt Airbus zu den Schwergewichten am deutschen und europäischen Aktienmarkt.
In Vorjahren hatten vor allem Zulieferer wie die Triebwerksbauer Pratt & Whitney und CFM, ein Gemeinschaftsunternehmen von Safran und GE Aerospace, die Flugzeugproduktion gebremst. Auch 2025 seien viele Triebwerke erst spät im Jahr eingetroffen, sagte der bisherige Chef der Airbus-Verkehrsflugzeugsparte, Christian Scherer, am Abend in einer Videokonferenz mit Journalisten.
Allerdings warteten derzeit nur wenige fertige Flugzeuge bei Airbus auf ihre Triebwerke, erklärte der Manager. Dass der Hersteller sein ursprüngliches Auslieferungsziel verfehlte, habe lediglich an den Qualitätsmängeln an Rumpfverkleidungen eines anderen Zulieferers gelegen.
Der Löwenanteil der ausgelieferten Flugzeuge entfiel 2025 mit 607 Maschinen wie üblich auf die Mittelstreckenjets aus der Modellfamilie A320neo samt der Langstreckenversion A321XLR. Hinzu kamen 57 Großraumjets von Typ A350 und 36 der etwas kleineren A330neo sowie 93 Exemplare des kleinsten Airbus-Modells A220.
Die Finanzzahlen wie Umsatz und Gewinn will der Konzern erst am 19. Februar veröffentlichen. Dann will der Vorstand auch bekanntgeben, wie viele Flugzeuge Airbus im Jahr 2026 ausliefern will. Scherers Nachfolger als Chef der größten Airbus-Sparte ist Lars Wagner, der bisherige Chef des deutschen Triebwerksbauers MTU. Der Münchner Dax-Konzern baut als Partner von Pratt & Whitney an Triebwerken für Airbus-Jets mit.
An Aufträgen herrscht bei Airbus auch weiterhin kein Mangel - im Gegenteil. Im vergangenen Jahr holte der Konzern Bestellungen über 1.000 Passagier- und Frachtjets herein. Nach Abzug von Stornierungen waren es 889 Stück. Der Auftragsbestand lag Ende 2025 bei 8.754 Maschinen und damit so hoch wie noch nie zum Ende eines Jahres.
Gemessen an den jüngsten Auslieferungszahlen reichen die Bestellungen rechnerisch für die nächsten elf Jahre. Allerdings will Faury die Produktion in den kommenden Jahren deutlich ausweiten. Bisher peilt der Manager für das Jahr 2027 weiterhin den Bau von monatlich 75 Maschinen der A320neo-Familie an. Laut Scherer spricht Airbus aber noch mit Pratt & Whitney darüber, wie viele Turbinen der Triebwerksbauer in absehbarer Zukunft liefern kann.
Airbus' Erzrivale Boeing <US0970231058> aus den USA steckt hingegen seit Jahren in einer schweren Krise. Nach zwei Abstürzen in den Jahren 2018 und 2019 mit hunderten Toten machte der Hersteller immer wieder mit Produktions- und Qualitätsmängeln Schlagzeilen. Anfang 2024 entgingen Passagiere und Besatzung nur mit Glück einer Katastrophe, als eine Boeing 737 Max im Flug ein türgroßes Rumpfteil verlor.
Seitdem steht der US-Konzern unter verschärfter Aufsicht der Behörden und darf die Produktion seines wichtigsten Modells nur nach staatlicher Genehmigung ausbauen. Im Jahr 2025 zogen Boeings Auslieferungszahlen wieder ein Stück an. In den Monaten Januar bis November lieferte der Hersteller 537 Passagier- und Frachtjets aus. Brutto holt er Aufträge über 1.000 Maschinen herein - und kam netto auf 908 neue Bestellungen. Die Jahreszahlen will Boeing an diesem Dienstag (13. Januar) veröffentlichen./stw/men/nas/zb/stk