ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow stagniert - KI belastet Software-Branche
NEW YORK (dpa-AFX) - Die Sorgen über belastende Auswirkungen Künstlicher Intelligenz in der Software-Branche haben die US-Aktienmärkte am Dienstag im Zaum gehalten. Nach dem feiertagsbedingt langen Wochenende beschloss der Dow Jones Industrial <US2605661048> den ersten Handelstag der Woche mit einem Plus von 0,07 Prozent auf 49.533,19 Punkte. Die Aktien etlicher Software-Anbieter gerieten unter die Räder.
Der technologielastige Nasdaq 100 <US6311011026> fiel am Dienstag auf den tiefsten Stand seit fast drei Monaten. Im Handelsverlauf grenzte er das Minus auf 0,13 Prozent ein und schloss mit 24.701,60 Punkten. Der marktbreite S&P 500 <US78378X1072> ging mit plus 0,10 Prozent bei 6.843,22 Punkten aus dem Handel. Zuvor war der Index auf den tiefsten Stand seit Mitte Dezember gerutscht.
Waren die Künstliche Intelligenz und die mit ihr verbundenen Chancen der große Kurstreiber des vergangenen Jahres, so rücken nun die möglichen Verlierer ihres Einsatzes immer stärker in den Blick. "Neue KI-Agenten sind inzwischen in der Lage, softwarebezogene Aufgaben zu übernehmen und gefährden damit den über Jahre aufgebauten Wettbewerbsvorsprung vieler Softwareunternehmen", schrieb Ann-Katrin Petersen vom Vermögensverwalter Blackrock. Der Ausverkauf bei Softwareaktien verdeutliche, dass Anleger die Beständigkeit einiger Geschäftsmodelle grundsätzlich neu bewerteten.
Auch am Dienstag litten Papiere der Software-Branche unter eben dieser Neubewertung. Im Dow büßten Salesforce <US79466L3024> 2,9 Prozent ein und Microsoft 1,1 Prozent. Oracle verloren 3,9 Prozent. Im Nasdaq 100 zählten Intuit <US4612021034>, MongoDB <US60937P1066>, Crowdstrike <US22788C1053>, Cadence Design Systems <US1273871087> und Synopsys <US8716071076> zu den Top-Verlierern mit Verlusten bis zu 5,3 Prozent. Blackrock-Strategin Peterson sprach von "schöpferischer Zerstörung" durch KI.
Unterdessen geht der Bieterkampf um das Hollywood-Urgestein Warner Brothers <US9344231041> in eine neue Runde. Der Konzern stimmte zu, die Verhandlungen mit Paramount <US69932A2042> wieder aufzunehmen. Tags zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Verweis auf Insider berichtet, dass bei Warner diskutiert wird, ob Paramount einen besseren Deal bieten könnte als der Streaming-Anbieter Netflix <US64110L1061>. Die Aktien von Warner und Paramount gewannen 2,7 beziehungsweise 4,9 Prozent. Netflix legten leicht zu.
Für die Papiere von Norwegian Cruise Line <BMG667211046> ging es um gut 12 Prozent nach oben. Der aktivistische Investor Elliott Investment Management hat einen Anteil von mehr als 10 Prozent an dem Kreuzfahrtunternehmen aufgebaut und ist damit zu einem der größten Aktionäre aufgestiegen. Der Hedgefonds will nun aktiv Einfluss auf Strategie und Führung des Unternehmens nehmen.
Die Anteilscheine von Masimo <US5747951003> schnellten um mehr als ein Drittel auf knapp 175 Dollar nach oben. Der Hersteller von Gesundheitsprodukten Danaher <US2358511028> will das Medizintechnikunternehmen für 180 Dollar je Aktie übernehmen. Damit ist das Geschäft knapp 10 Milliarden Dollar schwer. Die Aktien von Danaher fielen um 2,9 Prozent./bek/he
--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---