Gestrandete Astronauten - Nasa stuft Vorfall als schwerwiegend ein
WASHINGTON (dpa-AFX) - Die Nasa bewertet die Raumschiff-Panne, wegen der zwei Astronauten rund neun Monate länger als geplant auf der Internationalen Raumstation ISS bleiben mussten, als schwerwiegenden Vorfall.
"Aufgrund des Verlusts der Manövrierfähigkeit des Raumschiffs beim Anflug der Besatzung auf die Raumstation und der damit verbundenen finanziellen Schäden, hat die Nasa den Testflug als Zwischenfall vom Type A eingestuft", hieß es in einer Mitteilung der US-Raumfahrtbehörde. Ein Type-A-Zwischenfall ist bei der Nasa die höchste Kategorie für einen Zwischenfall.
"Obwohl es keine Verletzten gab und die Mission vor dem Andocken wieder unter Kontrolle gebracht wurde, erkennt diese höchste Einstufung an, dass das Potenzial für einen schwerwiegenden Zwischenfall bestand", so die Mitteilung.
Risiko "nicht mit Sicherheitsstandards vereinbar"
Die Astronauten Suni Williams und Barry Wilmore waren Anfang Juni 2024 mit dem Boeing <US0970231058>-Raumschiff "Starliner" zur ISS gekommen und sollten eigentlich nur rund eine Woche dort bleiben. Aufgrund technischer Probleme mit ihrem Raumschiff entschied die Nasa aus Sicherheitsgründen jedoch, sie mit einem anderen Raumschiff und erst rund neun Monate später wieder zur Erde zurückkehren zu lassen.
In der Mitteilung hieß es, eine unabhängige Untersuchung habe ergeben, dass ein Zusammenspiel von "Hardwarefehlern, Qualifikationslücken, Führungsfehlern und kulturellen Schwächen" Risikobedingungen geschaffen hätten, "die nicht mit den Sicherheitsstandards der Nasa für die bemannte Raumfahrt vereinbar sind". Die Ermittlung der technischen Ursachen werde fortgesetzt./apo/DP/he