Aktien New York Ausblick: Iran-Krieg trübt die Stimmung - Ölpreise stark
NEW YORK (dpa-AFX) - Der Iran-Krieg und die stark gestiegene Ölpreis haben auch die US-Anleger am Montag in die Defensive getrieben. Wie bereits in Europa verkaufen Investoren vor allem ihre Tourismuswerte wie Aktien von Hotelketten oder Airlines. Gefragt sind dagegen Öl- und Rüstungspapiere.
Etwa anderthalb Stunden vor Handelsbeginn taxierte der Broker IG den Dow Jones Industrial <US2605661048> 1,1 Prozent tiefer auf 48.448 Punkte. Zwischenzeitlich war die Indikation sogar bis auf 48.163 Punkte abgetaucht, womit er den Großteil der bisherigen Jahresgewinne ausradiert hätte. Mitte Februar war der Dow noch erstmals über 50.500 Punkte geklettert.
Noch etwas ärger erwischte es den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 <US6311011026>, den IG 1,3 Prozent im Minus bei 24.633 Punkten erwartet. Er rutscht damit auf sein Vormonatstief bei gut 24.387 Punkten zu.
Größter Stimmungsdämpfer ist zunächst die Entwicklung der Ölpreise. In der Nacht zum Montag stiegen die Notierungen für Brent-Öl aus der Nordsee und Rohöl aus den USA in den ersten Handelsminuten um jeweils mehr als zehn Prozent. Dabei erreichte Brent-Öl in der Spitze den höchsten Stand seit Juli 2024 und US-Öl den höchsten Stand seit Juni 2025. Damals hatte das US-Militär bereits den Atombunker des Iran angegriffen.
Im Fokus steht zudem die durch Gegenschläge des Iran bedrohte Sicherheit der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Adern der Weltwirtschaft. Durch sie strömten zwischen 20 und 30 Prozent der globalen Öl- und Gasversorgung, schrieb Matthew Lofting von JPMorgan. Für Ölwerte wie Exxon Mobil und Occidental Petroleum <US6745991058> ging es vorbörslich kräftig aufwärts.
Besonders stark waren auch die Aktien von Lockheed Martin gefragt. Der Konzern beliefert die US-Armee mit dem THAAD-Raketenabwehrsystem. In Europa waren bereits die Aktien des britischen Zulieferers der Infrarot-Zielerfassung der Lenkflugkörper des Sytems enorm gefragt. In den ersten Angriffen gegen den Iran im Juni 2025 seien Medienberichten zufolge zwischen 15 und 25 Prozent des gesamten THAAD-Arsenals gebraucht worden, um iranische Raketen gegen Israel abzufangen, erklärte der JPMorgan-Experte David Perry. Nun dürfte das Verschleißtempo weitaus höher liegen.
Deutlich unter Druck stehen derweil Aktien von US-Hotelketten wie Marriott <US5719032022>, Hilton <US43300A1043>, Wynn oder Wyndham und die Werte der Airlines American, Delta, United und Southwest. Die Anleger sorgen sich um Flugstreichungen, operative Behinderungen, steigende Ölpreise und eine möglicherweise geringere Nachfrage./ag/mis