ROUNDUP 2: Tote und Verletzte in Odessa nach russischen Angriffen
(Aktualisierung: Russisches Verteidigungsministerium bestätigt Schäden an Ölterminal im 6. Absatz)
ODESSA/NOWOROSSISJK (dpa-AFX) - Bei neuen schweren russischen Drohnenangriffen auf die südukrainische Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer sind mindestens drei Menschen getötet worden. 15 Bewohner, unter ihnen eine Schwangere und zwei Kinder, seien verletzt worden, teilte Militärgouverneur Oleh Kiper bei Telegram mit. Demnach traf eine Drohne ein mehrgeschossiges Wohnhaus. Bei den Toten handele es sich um eine 30 Jahre alte Frau und ihre zweieinhalb Jahre alte Tochter sowie um eine 53 Jahre alte Frau. Kiper berichtete von Bränden und erheblichen Zerstörungen.
"Getroffen wurden Wohnhäuser, kritische Infrastruktur und Verwaltungsgebäude", sagte Kiper. Auch ein Kindergarten sei betroffen. "Die Rettungsarbeiten dauern an, unter den Trümmern könnten sich noch Menschen befinden." Hundeführer und Psychologen seien im Einsatz. "Die Strafverfolgungsbehörden dokumentieren die jüngsten Kriegsverbrechen des Aggressorstaates gegen die Zivilbevölkerung", sagte er. Durch die Angriffe auf die Energieinfrastruktur seien 16.000 Haushalte ohne Strom.
Energieanlagen gezielt angegriffen - Stromausfall
Die ukrainische Luftverteidigung meldete 141 russische Drohnenangriffe, von denen 114 abgewehrt worden seien. Im Gebiet Tschernihiw im Norden der Ukraine waren nach russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur laut Behörden rund 340.000 Kunden ohne Strom. Energieanlagen seien auch in den Gebieten Sumy, Charkiw und Dnipropetrowsk angegriffen worden, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj.
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, neben Energieanlagen auch Werke für die Herstellung von Raketen-Bauteilen in der Ukraine angegriffen zu haben. Selenskyj sagte, dass Russland innerhalb einer Woche mehr als 2.800 Drohnen, fast 1.350 Gleitbomben und mehr als 40 Raketen und Marschflugkörper gegen die Ukraine eingesetzt habe.
Verletzte auch in Russland - Ölterminal getroffen
In der russischen Stadt Noworossijsk am Schwarzen Meer seien acht Menschen verletzt worden infolge ukrainischer Drohnenattacken, sagte der Gouverneur des Gebiets Krasnodar, Weniamin Kondratjew. Unter den Verletzten seien zwei Kinder. Es seien sechs Wohnhäuser beschädigt worden. Trümmer von abgeschossenen Drohnen seien auf dem Gelände mehrerer Betriebe gefunden worden.
Getroffen wurde auch das Ölterminal "Schescharis" des Konzerns Transneft. Von dort aus exportiert Russland Öl. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte - anders als sonst - Schäden an einer Leitung sowie an der Verladestelle. Es seien auch vier Depots mit Ölprodukten in Brand geraten. Das Ministerium warf der Ukraine vor, sie wolle die Lage auf dem internationalen Energiemarkt mit den Angriffen weiter destabilisieren. Den Angaben nach wurden auch Anlagen des internationalen Ölunternehmens "Caspian Pipeline Consortium" beschädigt, das kasachisches Erdöl verlädt und an dem US-Unternehmen beteiligt sind.
Die Ukraine hatte die Anlage bereits im März getroffen, wie das Verteidigungsministerium in Kiew mitgeteilt hatte. Mit den Angriffen auf die Ölindustrie will die Ukraine Russlands Kriegsindustrie schwächen, die maßgeblich aus den Einnahmen aus dem Energieexport finanziert wird.
Die Ukraine verteidigt sich im fünften Jahr gegen den russischen Angriffskrieg. In ihrem Abwehrkampf greift sie immer wieder Ziele in Russland an./mau/DP/he