ROUNDUP: Iran-Krieg belastet LVMH-Geschäft - Umsatz geht deutlich zurück

2026-04-14T09:35:41.000+02:00

PARIS (dpa-AFX) - Der französische Luxusgüterkonzern LVMH <FR0000121014> (Louis Vuitton Moët Hennessy) hat zum Jahresauftakt unter den Folgen des Iran-Kriegs gelitten. Vor allem die wichtigste Sparte mit Mode und Lederwaren schwächelte, denn die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten dämpften die Nachfrage nach Marken wie Louis Vuitton und Dior spürbar. An der Börse sackte die Aktie auf die Nachrichten hin weiter ab.

Nach zeitweise deutlichen Verlusten am Vorabend im New Yorker Handel ging es am Dienstag auch zur Eröffnung in Europa nach unten. Das Eurostoxx-50-Schwergewicht <EU0009658145> verlor in Paris in der Frühe mehr als zwei Prozent. Damit weiten sich die Verluste im bisherigen Jahresverlauf auf mehr als ein Viertel aus. Bei Anlegern steht LVMH besonders im Fokus, weil der Konzern als Branchenbarometer gilt.

Auch für den Luxusgüterkonzern seien es unruhige Zeiten, kommentierte Chiara Battistini von der US-Bank JPMorgan die auch leicht unter ihren Prognosen liegenden Umsatzzahlen. Geringere Fortschritte im Bereich Mode & Lederwaren dürften die Branche insgesamt nun an diesem Dienstag etwas belasten. Jefferies-Experte James Grzinic verwies derweil auf kleinere operative Fortschritte bei LVMH, die durch die Belastungen des Nahost-Konflikts überschattet würden. Bernstein-Analyst Luca Solca schrieb, der Konzern habe sich im ersten Quartal immerhin besser geschlagen als zum Jahresende, der Rückgang im Segment Mode und Lederwaren dürfte die Investoren aber wohl zurückhalten.

Im ersten Quartal war der Erlös in der Kernsparte um 9 Prozent auf 9,25 Milliarden Euro gesunken, wie LVMH am Montagabend mitteilte. Der organische Umsatz - also ohne Wechsel- und Portfolioeffekte gerechnet - fiel um zwei Prozent, Analysten hatten hier lediglich mit einem geringen Rückgang gerechnet. Auch der Gesamtkonzern verfehlte mit einem Rückgang der Erlöse um sechs Prozent auf 19,1 Milliarden Euro und einem organischen Wachstum von einem Prozent die Prognosen der Experten.

Zu Jahresbeginn hatte die Branche noch auf eine Erholung gehofft, doch diese Erwartungen zerschlugen sich mit den aufkommenden militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten. Besonders betroffen war die wichtige Einkaufsmetropole Dubai. Laut LVMH gingen in der Region Nahost die Geschäfte nach einem "sehr guten Jahresstart" zurück.

Der Konzern bezifferte den negativen Effekt des Iran-Krieges auf rund einen Prozentpunkt in der Region Mittlerer Osten. Die Region ist mit einem Anteil von rund 6 Prozent am Gesamtumsatz durchaus relevant, und laut Finanzchefin Cécile Cabanis ist sie besonders profitabel für das Unternehmen. Ohne den Krieg und die dadurch gedämpfte Nachfrage wäre die Sparte mit Mode und Lederwaren wohl auf Vorjahresniveau geblieben, sagte die Managerin.

Unter dem Strich büßten sämtliche Sparten des Konzerns Umsatz ein, organisch gab es aber deutliche Zuwächse beim Verkauf von Wein und Spirituosen sowie im Geschäft mit Luxusuhren und Juwelen. Das Parfum- und Kosmetikgeschäft stagnierte organisch.

Regional lieferte LVMH ebenfalls ein gemischtes Bild. Während sich Europa und Japan schwächer als gedacht entwickelten, überraschten die USA sowie Asien positiv. Vor allem China profitierte vom Neujahrsgeschäft. Auch die Parfümeriekette Sephora verzeichnete bessere Trends, und im hochpreisigen Segment blieb die Nachfrage vergleichsweise stabiler: Die Marke Loro Piana etwa setzte den Angaben zufolge mit zweistelligen Zuwächsen "ihre exzellente Entwicklung" weiter fort.

Einen konkreten Ausblick gab das LVMH-Management wie üblich nicht. Der Konzern erklärte jedoch, er blicke in dem insbesondere vom Konflikt im Nahen Osten erschütterten geopolitischen und wirtschaftlichen Umfeld zu Jahresbeginn "wachsam, aber zuversichtlich in die Zukunft". Finanzmanagerin Cabanis sagte indes vor Journalisten, sie gehe von einem weiterhin "hochvolatilen" Umfeld in den kommenden Monaten aus./tav/mne/men

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