Wettanbieter zeigt WM-Spiele: Warum das für Wirbel bei Telekom & Co. sorgt

2026-05-01T11:05:16.000+02:00

BERLIN (dpa-AFX) - Die Ankündigung des Wettanbieters Tipico <NL0015000X07> zu einem neuartigen TV-Angebot für die Fußball-Weltmeisterschaft sorgt für Aufsehen. "Hammer", hieß es auf der Internetseite des Unternehmens: "Tipico zeigt alle WM-Spiele live im Stream!" Was steckt hinter der Ankündigung, die bei der Telekom <DE0005557508> und der FIFA für Verwunderung sorgte und wenige Stunden nach der Veröffentlichung wieder von der Tipico-Website verschwand?

Was kündigt Tipico an?

Der Wettanbieter bietet nach eigenen Angaben für seine Kunden an, alle Partien des Turniers in den USA, Mexiko und Kanada nicht nur in den Shops, sondern erstmals auch in der App oder auf "tipico.de" zu zeigen. "Die WM bei Tipico im Livestream verfolgen können ausschließlich qualifizierte User", heißt es in einer Pressemitteilung des Wettanbieters. "Qualifizierte User sind alle Nutzerinnen und Nutzer, die Guthaben auf ihrem aktiven Tipico-Konto haben oder innerhalb der letzten 24 Stunden eine Wette platziert haben."

Was kostet das?

Das Angebot sei für alle verfügbar, "die über Guthaben auf ihrem aktiven Tipico Konto verfügen oder innerhalb der letzten 24 Stunden eine Wette platziert haben", heißt es. Mindesteinsatz für eine Wette ist ein Euro, als Guthaben reicht ein Cent. Laut Jugendschutzgesetz müssen Nutzer der Seite über 18 Jahre alt sein. Bei der Eröffnung eines Kundenkontos muss ein Ausweisdokument vorgelegt werden.

Was sagt die Telekom dazu?

Das überraschende Angebot steht in Konkurrenz zur Telekom, die vom Weltverband FIFA die TV-Rechte der WM erworben hat, alle Spiele über das Bezahl-Portal Magenta.TV zeigt und zudem Sub-Lizenzen an ARD und ZDF verkauft hat. Das Telekommunikations-Unternehmen wurde von der Tipico-Ankündigung überrascht und setzte sich mit der FIFA in Verbindung.

Ein Telekom-Sprecher sagte anschließend: "Diese Rechte für Wettanbieter werden separat vergeben und beinhalten allein eine Übertragung in geringerer technischer, inhaltlicher Qualität und Formatierung. Genaugenommen ist es keine TV-Qualität." Er betonte: "Magenta.TV prägt ein anderes Qualitätsverständnis. Das haben wir bei den letzten Turnieren und in den letzten Monaten deutlich gemacht. Wer die WM wirklich erleben will, kommt an Magenta.TV nicht vorbei."

Was sagt die FIFA?

Offiziell will sich der Weltverband nicht äußern und verweist auf einen Vertrag mit dem britischen Sporttechnologie-Unternehmen Stats Perform, der seit Januar als offizieller Anbieter von Wettdaten und -streamingrechten gilt. Stats Perform ist laut FIFA Vertriebspartner von Live-Spielstreams für die Kunden lizenzierter Sportwettenanbieter - kann also Sublizenzen wie an Tipico für den deutschen Markt verkaufen. Die bewegten Bilder kommen vom "KI-gestützten Bet-LiveStreams-Dienst von Stats Perform", heißt es bei der FIFA.

Wie sehen die Bilder bei Tipico aus?

Der Stream, den der Wettanbieter zeigen darf, hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine deutlich geringere Auflösung als das TV-Bild der Telekom. Eine weitere Einschränkung gibt es außerdem: Der Live-Stream darf maximal auf der Hälfte eines Handydisplays oder maximal einem Drittel eines anderen Bildschirms gezeigt werden. Tipico und FIFA wollten sich zu den technischen Beschränkungen nicht äußern.

Die FIFA verwies lediglich auf die "geringere Qualität" der Tipico-Übertragungen im Vergleich zu Telekom, ARD und ZDF. Die Telekom zeigt über Magenta.TV alle 104 Spiele der WM, davon 44 exklusiv. Sub-Lizenzen wurden an ARD und ZDF verkauft, die insgesamt 60 Partien übertragen. Dazu zählen unter anderem das Eröffnungsspiel, die Begegnungen der deutschen Nationalmannschaft und das Endspiel.

Wie reagiert Tipico?

Wenige Stunden nach der Ankündigung per Pressemitteilung verschwand der Hinweis auf den "Hammer" und das neue WM-Angebot von der Internetseite von Tipico. An gleicher Stelle steht seitdem der Hinweis: "Wer sämtliche Begegnungen verfolgen möchte, kommt am Streamingdienst der Telekom nicht vorbei." Gleichzeitig verwies das Unternehmen aber auf die per Mail verschickte Pressemitteilung, in der "ein neues Level des Live-Erlebnisses" versprochen wird./mrs/DP/men

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