Opel-Mutter Stellantis will sich aus der Krise kämpfen - Europasparte schrumpft

2026-05-21T15:23:58.000+02:00

AUBURN HILLS (dpa-AFX) - Der Autokonzern Stellantis <NL00150001Q9> stellt sich auf dem wichtigen US-Markt auf einen langen Weg zurück zu alter Stärke ein. Mit Kostensenkungen, der Konzentration von Investitionen auf Kernmarken und mit strafferer Organisation will Konzernchef Antonio Filosa in Nordamerika bis zum Jahr 2030 wieder eine operative Marge von 8 bis 10 Prozent einfahren, wie das Unternehmen am Donnerstag in Auburn Hills (Michigan) nahe Detroit bekanntgab. An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an.

Die Stellantis-Aktie sackte in Mailand zeitweise um über 7 Prozent ab, zuletzt lag das Minus noch bei 4,5 Prozent. Der Konzern habe sich wie befürchtet Ziele gesetzt, die weit in der Ferne lägen, schrieb Analyst Philippe Houchois von der US-Investmentbank Jefferies. In Summe liege die Zielmarke für die operative Marge aber wohl knapp über 7 Prozent und damit höher als gedacht. Die Wachstumsambitionen für Europa und den Nahen Osten und Afrika seien ebenfalls größer.

Die Kehrtwende werde nicht an einem Tag gelingen, sagte Verwaltungsratschef und Agnelli-Erbe John Elkann auf einer Investorenveranstaltung. Vielmehr müsse der Erfolg jeden Tag erarbeitet werden. Zur Rosskur des Vielmarkenkonzerns - mit Marken wie Peugeot, Fiat, Chrysler, Alfa Romeo, Chrysler, Jeep und Ram - gehört eine Schrumpfung der Europasparte, zu der auch der Rüsselsheimer Autobauer Opel zählt.

Das Europageschäft soll seine Produktionskapazität pro Jahr um mehr als 800.000 Fahrzeuge senken, hieß es. Dazu gehörten eine andere Nutzung des Werkes im französischen Poissy sowie die Nutzung von Fabriken zusammen mit Partnern in Rennes, Madrid und Saragossa. Wie bereits bekannt, soll in Saragossa ein von Opel und der chinesischen Stellantis-Beteiligung Leapmotor entwickeltes vollelektrisches SUV gebaut werden. Jobs in der Fertigung sollen erhalten bleiben, hieß es vom Konzern.

In Europa strebt Stellantis eine operative Marge von 3 bis 5 Prozent an. Das Sparprogramm auf dem Kontinent soll dazu beitragen, die jährlichen Kosten im Konzern bis 2028 gegenüber dem vergangenen Jahr um 6 Milliarden Euro zu senken.

In den kommenden fünf Jahren will Chef Filosa zusammengenommen 60 Milliarden Euro investieren, um den VW-Rivalen <DE0007664039> mit italienischen, französischen und amerikanischen Wurzeln wieder auf Kurs zu bringen. Rund 70 Prozent der Mittel entfallen dabei auf die vier Kernmarken Jeep, Ram, Peugeot und Fiat. Dass Filosa sein Augenmerk vor allem auf diese Marken richtet, war zuvor bereits in Medienberichten durchgesickert./men/stw/he

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