Akzo Nobel lehnt Übernahmeangebot von Nippon Paint und Sherwin-Williams ab
AMSTERDAM (dpa-AFX) - Der Lack- und Farbenhersteller Akzo Nobel <NL0013267909> hat ein Übernahmeangebot von Nippon Paint Holdings <JP3749400002> und The Sherwin-Williams Company ausgeschlagen. Der Vorstand habe am 1. Mai ein zwei Tage zuvor eingegangenes unverbindliches und an Bedingungen geknüpftes Barangebot für sämtliche ausstehenden Akzo-Nobel-Aktien abgelehnt, teilte der Konzern am Mittwoch in Amsterdam mit. Stattdessen halten die Niederländer an ihren Fusionsplänen mit dem US-Rivalen Axalta fest. An der Börse machte die Aktie nach den Nachrichten einen Kurssprung um zuletzt knapp 16 Prozent auf fast 61 Euro.
Der Offerte zufolge sollten die Aktionäre 73,00 Euro je Aktie in bar erhalten, die reguläre Jahres- und Zwischendividende ausgenommen. Damit wäre Akzo Nobel mit rund 12,49 Milliarden Euro bewertet worden. Dem Vorstoß sei ein erstes Angebot vom 16. April vorausgegangen, das Akzo Nobel am 22. April abgelehnt habe, hieß es weiter.
Nippon Paint wollte ein öffentliches Barangebot unterbreiten. Nach Abschluss der geplanten Transaktion sollte der japanische Farben- und Lackehersteller die Geschäftsbereiche Decorative Paints und Industrial Coatings von Akzo Nobel behalten, während die Bereiche Automotive & Specialty Coatings, Marine & Protective Coatings sowie Powder Coatings separat an den Konkurrenten Sherwin-Williams aus den USA verkauft werden sollten.
Der Vorschlag sei nicht als "überlegenes Angebot" im Sinne der Fusionsvereinbarung mit dem US-Konkurrenten Axalta <BMG0750C1082> einzustufen und werde diese Kriterien auch voraussichtlich nicht erfüllen, begründete der Konzern seine Ablehnung. Der gebotene Preis bilde den Wert von Akzo Nobel und dessen langfristige Perspektiven, einschließlich der Vorteile der empfohlenen Fusion mit Axalta, bei weitem nicht angemessen ab.
Beide Gremien empfehlen daher weiterhin einstimmig die als Zusammenschluss unter Gleichen geplante Fusion von Akzo Nobel und Axalta.
Akzo Nobel und Axalta hatte im November die Pläne für den Zusammengang beider Unternehmen angekündigt./err/tav/stk