Persistent will IT-Dienstleister Nagarro für eine Milliarde Euro kaufen
MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der IT-Dienstleister Nagarro <DE000A3H2200> steht vor einer Übernahme durch den indischen Konzern Persistent <INE262H01021>. Der Technologiedienstleister aus Indien bietet 81 Euro je Nagarro-Aktie, wie die beiden Unternehmen in der Nacht auf Samstag in München mitteilten. Das ist etwa doppelt so viel wie die Nagarro-Aktie zum Xetra-Schluss am Freitag gekostet hatte. Mit dem Angebotspreis wird das Nagarro-Aktienkapital mit etwas mehr als einer Milliarde Euro bewertet. Persistent kam zuletzt auf eine Marktkapitalisierung von umgerechnet gut sieben Milliarden Euro.
Persistent will mindestens die Hälfte der Anteile erwerben. Rund 20 Prozent der Anteile hat sich das indische Unternehmen von der Gründerfamilie gesichert und damit bereits einen großen Schritt in Richtung der 50 Prozent geschafft. "Auch Mitglieder des Vorstands beabsichtigen, ihre privat gehaltenen Aktienpakete in das Angebot einzuliefern", hieß es in der Mitteilung. Der Kurs von Nagarro hatte in den vergangenen Jahren unter anderem wegen Bilanzierungsproblemen und eines stagnierenden beziehungsweise sinkenden operativen Gewinns stark unter Druck gestanden.
Seit einem Zwischenhoch von etwas mehr als 80 Euro im Dezember 2025 war es bis auf das Rekordtief von 32,50 Euro am Mittwoch vergangener Woche abgesackt. Am Freitag zog der Kurs dann im Laufe des Nachmittags kräftig an und schloss mit einem Plus von knapp 20 Prozent bei 40,44 Euro. Nagarro ist seit Dezember an der Börse notiert, nachdem das Unternehmen von Allgeier <DE000A2GS633> abgespalten wurde. Der erste Kurs der Nagarro-Aktie hatte bei 69 Euro gelegen. In den ersten Monaten ging es stetig nach oben. Bevor der Absturz einsetzte, war die Aktie zeitweise mehr als 200 Euro wert.
Nagarro hat nach eigenen Angaben rund 18.000 Mitarbeitende und ist in 38 Ländern aktiv. Im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen den Umsatz leicht auf knapp eine Milliarde Euro steigern. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging dagegen leicht zurück./zb