Devisen: Eurokurs gibt zum US-Dollar etwas nach
NEW YORK (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro <EU0009652759> hat am Montag nachgegeben. Zuletzt wurden in New York 1,1414 US-Dollar für die Gemeinschaftswährung bezahlt, nachdem das Tageshoch mit 1,1450 Dollar noch dem Freitagshoch nahe war. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1426 (Freitag: 1,1435) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8751 (0,8745) Euro.
Im Fokus der Finanzmärkte standen einmal mehr die Ölpreisentwicklungen, die gebunden sind an die Lage im Nahen Osten und ihre Folgen bei der Entwicklung von Verbraucherpreisen haben könnten. Die USA und der Iran setzten ihre gegenseitigen Angriffe fort, doch inmitten der Attacken gab es erstmals seit Tagen auch wieder Anzeichen für eine mögliche diplomatische Annäherung. Hinzu kamen Drohungen der Huthi-Rebellen im Jemen gegen das Ölexportland Saudi-Arabien.
Am Markt wird trotz der jüngsten Ölpreisentwicklung damit gerechnet, dass die EZB die Leitzinsen an diesem Donnerstag nicht verändert wird. Allerdings steigt nach Einschätzung des Bankhauses Metzler die Wahrscheinlichkeit, dass die Notenbanker angesichts der eskalierenden Lage im Nahen Osten im September wieder aktiv werden müssen. Experten erwarten eine mögliche Zinserhöhung durch die EZB auch erst im September, weil dann neue Prognosen der Notenbank zur weiteren Preisentwicklung vorliegen werden.
"Für die Entwicklung des Eurowechselkurses in den nächsten Wochen dürfte es aber durchaus entscheidend sein, wie falkenhaft die EZB auftritt", kommentierte Thu Lan Nguyen, Volkswirtin bei der Commerzbank. "Denn je stärker sie schon jetzt vor den Inflationsrisiken angesichts einer neuerlichen Eskalation im Nahost-Konflikt warnt, desto sicherer dürfte sich der Markt nicht nur eines Zinsschritts im September sein, sondern die Chance ist hoch, dass er dazu neigt, noch weitere Zinserhöhungen einzupreisen."/tih/he