ROUNDUP: Sanofi stoppt Entwicklung von Hoffnungsträger gegen Neurodermitis
PARIS (dpa-AFX) - Der Pharmakonzern Sanofi <FR0000120578> muss einen Rückschlag bei der Suche nach einem Nachfolger für den Kassenschlager Dupixent hinnehmen. Wie die Franzosen am Freitag in Paris mitteilten, stellen sie die klinische Entwicklung von Amlitelimab zur Behandlung moderater bis schwerer atopischer Dermatitis (Neurodermitis) ein. Die bisher vorliegenden Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten rechtfertigten eine weitere Entwicklung des Mittels in dieser Indikation nicht. Studiendaten in der Vergangenheit waren bereits teils durchwachsen ausgefallen.
Der Aktienkurs von Sanofi sank am Vormittag um 2,8 Prozent auf 74,23 Euro, womit sich 2026 ein Minus von gut 10 Prozent ergibt. Seit dem Rekordhoch von fast 111 Euro im Frühjahr 2025 hat das Papier rund ein Drittel an Wert verloren.
Wenngleich der Aktienkurs negativ reagiere, überrasche die Entscheidung des Pharmakonzerns nicht, erklärte Analyst Richard Vosser von der Bank JPMorgan <US46625H1005>. Nach dem Auftreten von Fällen des Kaposi-Sarkoms sei der Schritt gemeinhin erwartet worden.
Auch Graham Parry von der Citigroup sieht in einer ersten Reaktion keine wesentliche Überraschung. Zudem sei der von ihm im Bewertungsmodell errechnete Anteil des Wirkstoffes an der Konzernbewertung sehr gering. Gleichwohl fuhr Parry fort: Die Entscheidung zeuge zwar von einer rationalen Kapitalallokation, allerdings stehe Sanofi mittlerweile mit recht wenigen potenziellen Medikamenten in Phase-III-Studien da. Die Pipeline müsse also gestärkt werden.
Sanofi steht denn auch vor der Aufgabe, mit der Zeit die hohen Einnahmen von Dupixent, das unter anderem gegen Asthma und Neurodermitis eingesetzt wird, ersetzen zu können, wenn der Patentschutz für das Mittel in einigen Jahren ausläuft. Die Phase-II-Studie zu Amlitelimab zur Behandlung von Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) setzt Sanofi unterdessen fort. Resultate werden in der zweiten Jahreshälfte erwartet.
Vorantreiben soll die Geschäftsentwicklung mittlerweile Belen Garijo, die langjährige Chefin des Darmstädter Dax <DE0008469008>-Konzerns Merck, die das Ruder bei den Franzosen im Mai übernahm. Mit dem Wechsel kehrte die gebürtige Spanierin zu ihrem früheren Arbeitgeber zurück./mis/nas/jha/