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Probleme China und Naher Osten: VW-Tochter Audi kappt die Prognose

2026-07-27T09:50:16+02:00

INGOLSTADT (dpa-AFX) - Die VW-Tochter Audi hat weiter Probleme und kappt ihre Prognose. Angesichts eines immer schwieriger werdenden Marktes in China und der Eskalation im Nahen Osten erwartet der Autobauer im laufenden Jahr weniger Umsatz und Rendite, wie er am Montag mitteilte. Der Gewinn im zweiten Quartal sank um rund 21 Prozent auf 563 Millionen Euro nach Steuern. Die Zahlen betreffen Audi als Teilkonzern von Volkswagen <DE0007664039> - schließen also Lamborghini, Bentley und Ducati ein.

Konkret erwartet Audi jetzt nur noch Umsätze zwischen 58 und 63 Milliarden Euro. Nach dem ersten Quartal lag die erwartete Spanne mit 63 bis 68 Milliarden noch um 5 Milliarden Euro höher. Zudem senkte Audi auch die Erwartung für die operative Rendite auf 5 bis 7 Prozent statt zuvor 6 bis 8 Prozent - zusammen würde das voraussichtlich auch einen niedrigeren Gewinn bedeuten. VW-Konzernfinanzchef Arno Antlitz hatte die Prognosesenkung der Ingolstädter bereits vor dem Wochenende durchscheinen lassen.

Weniger Einbruch als die Konzernmutter

Der Rückgang beim Quartalsgewinn fällt allerdings vergleichsweise niedrig aus, wenn man ihn mit dem Einbruch um rund ein Drittel bei Konzernmutter Volkswagen im zweiten Jahresviertel vergleicht. Bei Audi machen sich offenkundig bereits die Sparbemühungen bemerkbar. Zudem musste Audi dieses Jahr weniger Geld für Restrukturierungen zurückstellen als vergangenes Jahr.

Zudem hofft Finanzchef Jürgen Rittersberger auf Verbesserungen im zweiten Halbjahr. Unter anderem durch neue Modelle und geringere Kosten. Zudem sei das zweite Halbjahr traditionell das stärkere, sagte er.

China Geschäft trägt nur noch wenig zum Ergebnis bei

Treiber der Krise ist unter anderem die Situation in China. Dort und in den USA verlor Audi zuletzt deutlich an Absatz. Zudem herrscht ein starker Preiswettbewerb. Das China-Geschäft, das bei Audi wegen der dortigen Joint-Ventures im Finanzergebnis verbucht wird, trug im ganzen ersten Halbjahr nur noch 73 Millionen Euro bei. Im Vorjahreszeitraum war es noch fast viermal so viel.

Damit verschärft sich die Situation für den bereits von einem Sparprogramm betroffenen Autobauer. Das gilt umso mehr als die ebenfalls kriselnde Mutter VW <DE0007664039> über die Streichung von konzernweit weiteren Zehntausenden Stellen nachdenkt und vier Werke auf dem Prüfstand stehen. Das Audi-Werk in Neckarsulm soll eines davon sein. Allerdings betonte VW-Chef Oliver Blume zuletzt, dass er Werksschließungen vermeiden wolle. "Es gibt intelligentere Lösungen, als Werke zu schließen. Das ist immer die letzte Option."

Zuletzt gab es zudem Berichte über noch höhere Einsparungen bei VW. Das "Handelsblatt" berichtet zudem über Überlegungen, den Standort Neckarsulm durch eine Senkung der Kapazitäten dort und in Ingolstadt zu retten.

Zukunft für Neckarsulm organisieren

Rittersberger kommentierte diese Berichte nicht direkt, betonte aber, dass die aktuellen Zahlen zeigten, dass die bisherigen Bemühungen nicht reichten, und man den eingeschlagenen Weg weitergehen und wettbewerbsfähiger und effizienter werden müsse. Das werde eine Kraftanstrengung für beide deutsche Werke. Dabei werde es aber "kein Gegeneinander der beiden deutschen Standorte" geben. Wenn alle mithelfen, könne man eine Zukunft für Neckarsulm organisieren. Allerdings bestätigte Rittersberger Berichte über die Streichung der dortigen Nachtschicht.

Bis Ende des Jahres will VW-Chef Blume sein Sparpaket festzurren - spätestens dann sollten auch die Audi-Mitarbeiter wissen, woran sie sind. Aktuell läuft bereits ein Stellenabbauprogramm bei den Ingolstädtern. Im März vergangenen Jahres hatte das Unternehmen den Abbau von bis zu 7.500 Jobs bis 2029 verkündet. Damals war allerdings auch die Beschäftigungssicherung, die betriebsbedingte Kündigungen ausschließt, bis Ende 2033 verlängert worden. Beim Abbau komme man gut voran, sagt Rittersberger.

Auch Audi-Chef Gernot Döllner ging auf die Sparbemühungen ein. "Audi ist ein zentraler Baustein des Konzerns - und Teil der Lösung", betonte er. "Unser gemeinsames Ziel ist ein langfristiger, tragfähiger Fahrplan für die Zukunft." Audi habe bereits "Mut zur Erneuerung bewiesen"./ruc/DP/men

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