Unwetter wüten: Mann stirbt, viele Verletzte und Zerstörung
RATHEN (dpa-AFX) - Schwere Unwetter sind über Deutschland gezogen - mindestens ein Mensch starb, viele weitere wurden verletzt. Besonders betroffen war vor allem die Sächsische Schweiz. Teile des Nationalparks dort dürfen bis auf weiteres nicht betreten werden. Am Morgen danach bot sich an vielen Stellen ein Bild der Verwüstung. Es seien unzählige Bäume in der Gegend umgestürzt, sagte Kreisbrandmeister Björn Rosenkranz. Das Gebiet sei nicht passierbar und vorerst sei es auch nicht möglich, dort aufzuräumen, weil Lebensgefahr bestehe.
Einsätze gab es auch in Hamburg und Stuttgart. In Bayern wurden vier Feuerwehrleute im Waldbrand-Einsatz verletzt. Und: Im Verlauf des Samstags drohen nach DWD-Angaben im Osten Deutschlands und nachmittags vor allem im Süden neue Gewitter.
Am Freitagabend hatte ein Gewitter mit heftigen Winden das Tal Amselgrund unweit der bekannten Felsformation Bastei im Osten Sachsens getroffen. Es überraschte Wanderer und Menschen, die auf dem Weg zu einer Vorstellung der Felsenbühne Rathen waren.
Ein 28 Jahre alter Mann wurde auf dem Basteiweg von einem umstürzenden Baum tödlich getroffen. Drei Menschen erlitten an einer anderen Stelle mittelschwere Verletzungen. Die Feuerwehr brachte 40 Personen aus der Gefahrenzone. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte am Samstag am Unglücksort: "Ich leide mit den Menschen." Er sei in Gedanken bei dem Mann, der ums Leben gekommen sei, und dessen Familie.
Zur Lage in der Sächsischen Schweiz
Teile des Nationalparks Sächsische Schweiz dürfen bis auf weiteres nicht betreten werden. Dies betrifft die Gebiete zwischen der Bastei, Rathen, Hohnstein und dem Polenztal, wie der Staatsbetrieb Sachsenforst mitteilte. Im Wald hingen noch zahlreiche abgebrochene Äste und schräg liegende Bäume, die infolge des Sturms jederzeit umstürzen könnten, berichtete eine Sprecherin.
"Es war ein sehr, sehr starkes lokales Sturmereignis", hieß es vom Sachsenforst. Nach ersten Schätzungen erstreckte sich das betroffene Gebiet auf etwa 25 Hektar, sagte Kreisbrandmeister Rosenkranz. Die Aufräumarbeiten dürften sich bis in die kommende Woche erstrecken.
Wo die Feuerwehr in Deutschland noch helfen musste
Auch im Süden Deutschlands krachte es: In Stuttgart stürzten bei einem schweren Gewitter Bäume um. "Bäume fielen auf Pkw, auf Stromleitungen oder auf Straßen", sagte ein Feuerwehrsprecher am Abend. Zudem seien Unterführungen überflutet worden. Über 120 Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr und freiwilliger Feuerwehr waren in der Nacht mit der Beseitigung von Unwetterschäden im gesamten Stadtgebiet befasst. Verletzte gebe es nach aktuellem Stand nicht, sagte der Sprecher.
Auch die Hamburger Feuerwehr hatte mitgeteilt, dass es wegen eines Unwetters viele Alarmierungen gab. Ein Mitarbeiter des Feuerwehr-Lagezentrums zählte allein 85 Einsätze zwischen 18.30 und 21.00 Uhr, die mit Wasser zu tun hatten. Auch wegen Zäunen oder Dachziegeln, die zu stürzen drohten, wurde die Feuerwehr in Hamburg alarmiert. Verletzte habe es nicht gegeben, die Einsätze seien gut zu bewältigen gewesen.
Waldbrände und verletzte Feuerwehrkräfte
In Oberbayern löste ein Gewitter einen Waldbrand aus: Bei Bad Reichenhall schlug laut Polizei am Abend ein Blitz am Berg Hochstaufen ein und entfachte dort ein Feuer. Der Regen habe gegen die Flammen geholfen, aber es seien immer noch Glutnester da, sagte ein Polizeisprecher am Morgen.
Beim Löschen eines Waldbrandes in Freudenberg in der Oberpfalz wurden vier Einsatzkräfte der Feuerwehr verletzt. Der Brand, der am Freitagabend bei Freudenberg ausgebrochen war, sei unter Kontrolle, teilte das Landratsamt Amberg-Sulzbach mit. Das Feuer erstreckte sich über rund 5,7 Hektar, die Löscharbeiten dauerten am Samstag an.
In Niederbayern gab es am Abend unwetterbedingt rund 85 Einsätze, sagte ein Sprecher der Polizei. Während des Gewitters traf ein Blitz das Dach eines Hauses in Vilshofen (Landkreis Passau), daraufhin sei die Fassade in Brand geraten, teilte die Polizei mit. Die Feuerwehr löschte den Brand rechtzeitig, sodass es im Inneren des Wohnhauses keinen Schaden gab, verletzt wurde niemand.
Wie es mit dem Wetter weitergeht
Nach einer Abkühlung und Gewittern in Teilen Deutschlands wird es schnell wieder sehr warm. "Ab Sonntag kehren hochsommerliche Temperaturen zurück", hieß es vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Am Dienstag würden dann vor allem im Norden und Westen häufig schwere Gewitter mit heftigstem Starkregen, Großhagel und schweren bis orkanartigen Sturmböen erwartet. Auch in den übrigen Gebieten seien einzelne starke Gewitter und örtliche Unwetter möglich.
Am Mittwoch gebe es dann vor allem im Osten und Südosten Unwetter durch schwere Gewitter mit heftigen Starkregen, Hagel und schwere Sturmböen./vr/DP/zb
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