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ROUNDUP: Beiersdorf senkt nach Ergebnisrückgang Jahresprognose - Aktie sinkt

HAMBURG (dpa-AFX) - Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf <DE0005200000> hat im ersten Halbjahr eine deutliche Abschwächung der Nachfrage im Konsumentengeschäft verzeichnet. Ausschlaggebend dafür sei der anhaltende Druck auf die Kernmarke Nivea, wie der Dax <DE0008469008>-Konzern am Montag überraschend mitteilte. Das Unternehmen senkte daher seine Umsatzprognose für das laufende Jahr. An der Börse kam das nicht gut an.

Für die Aktie ging es zuletzt um 3,54 Prozent auf 77,86 Euro nach unten. Im laufenden Jahr hat die Aktie 17 Prozent eingebüßt. Mit Blick auf die vergangenen zwölf Monate liegt das Minus sogar bei fast 30 Prozent.

Für Analyst Callum Elliott vom US-Analysehaus Bernstein hat Beiersdorf eine Gewinnwarnung enormen Ausmaßes vorgelegt, in deren Folge der Analystenkonsens wohl um 15 Prozent sinken dürfte. Angesichts der ausbleibenden Fortschritte, die der Konsumgüterkonzern mit seiner Kernmarke Nivea mit ihrem zuletzt sehr schwachen Wachstums mache, sei dies aber auch kein so großer Schock.

Beiersdorf geht für 2026 nun von einem organischen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich aus. Zuvor hatte der Konzern noch ein flaches bis leichtes Wachstum auf dem Zettel. 2025 wurde ein Konzernumsatz von rund 9,9 Milliarden Euro verbucht. Die bereinigte Marge auf Basis des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) sieht der Konzern nun bei mindestens 11,8 Prozent. Zuvor wurde hier ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 14,0 Prozent erwartet.

Für den Geschäftsbereich Consumer erwarten die Hamburger ebenfalls einen organischen Umsatzrückgang in niedrigen einstelligen Prozentbereich. Bisher war das Management auch hier von einer stabilen bis leicht positiver Entwicklung ausgegangen. Die bereinigte operative Marge soll nun bei mindestens 11,0 Prozent liegen. Zuvor sollte diese leicht unter dem Vorjahresniveau von 13,6 Prozent liegen.

In der Klebstoffsparte Tesa sieht der Konzern weiterhin organisch ein flaches bis leicht steigendes Umsatzwachstum sowie eine bereinigte operative Marge leicht unter dem Vorjahreswert von 16,1.

"Das erste Halbjahr 2026 hat sowohl die Stärke unseres Portfolios als auch die Bereiche aufgezeigt, in denen wir uns verbessern müssen", sagte Konzernchef Vincent Warnery laut Mitteilung. "Unsere oberste Priorität ist es, unser Geschäft im Jahr 2027 wieder auf Wachstumskurs zu bringen und ab 2028 wieder profitabel zu wachsen."

Während das Hautpflegesegment Derma mit den Marken Eucerin und Aquaphor seinen Wachstumskurs fortgesetzt habe und die Luxusmarke La Prairie im zweiten Quartal wieder gewachsen sei, habe Nivea einen deutlichen Umsatzrückgang verzeichnet. Der Manager begründete dies mit Auslieferproblemen, einem späteren Start der Sonnensaison in Europa und einem Lagerbestandsabbau im Handel.

Um Nivea schneller wieder auf Wachstumskurs zu bringen, will Beiersdorf mit einem 18-monatigen Programm die Neuausrichtung der Marke verstärken. Dabei soll diese durch breit angelegte Innovationen mehr Konsumenten erreichen und das Produktangebot ausgebaut werden. Auch sollen die Werbeausgaben erhöht werden.

Im ersten Halbjahr sank der Konzernumsatz aus eigener Kraft, sprich bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte, um 3,5 Prozent auf 4,95 Milliarden Euro. Nominal lag der Rückgang bei 4,5 Prozent. Analysten hatten hier einen Tick mehr erwartet. Das bereinigte operative Ergebnis sank von 836 Millionen Euro im Vorjahr auf 768 Millionen. Branchenexperten hatten hier etwas mehr vorhergesagt. Die bereinigte operative Marge (Ebit) lag bei 15,5 Prozent. Im Vorjahr standen hier 16,1 Prozent zu Buche. Nach Steuern verdiente Beiersdorf mit 558 Millionen Euro drei Millionen weniger als im Vorjahr./err/mne/he

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