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ROUNDUP: Hohe Sondereffekte bescheren FMC starkes Quartal - Aktie unter Druck

BAD HOMBURG (dpa-AFX) - Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) <DE0005785802> hat dank seines Sparprogramms, höherer Vergütungen und einer Sondererstattung in den USA im zweiten Quartal überraschend viel verdient. Auch bei der Einführung eines effizienteren Dialysegeräts in den USA kommt der Dax-Konzern zügig voran. Vorstandschefin Helen Giza verspricht sich davon einen weiteren Schub für die Profitabilität und hofft zugleich auf bessere Behandlungsergebnisse. Die Jahresziele bestätigte FMC am Vorabend der eigentlich für Dienstag geplanten Zahlenvorlage. An der Börse überwogen zunächst jedoch die Sorgen über enttäuschende Behandlungszahlen in den USA.

Die Aktie sank im frühen Handel um bis zu neun Prozent. Gegen 10 Uhr lag das Minus bei fast sechs Prozent auf 42,34 Euro. Das Papier fiel damit auf den tiefsten Stand seit einem Monat. Der Gewinn seit Jahresbeginn schmolz damit auf vier Prozent. Von den früheren Höchstständen ist die Aktie ohnehin weit entfernt: 2018 kostete sie zeitweise fast 94 Euro, ehe eine Serie von Gewinnwarnungen den Kurs bis Oktober 2022 auf rund 26 Euro drückte. Erst mit dem Spar- und Umbauprogramm setzte die Erholung ein.

Das zweite Quartal sei zwar überraschend stark ausgefallen, doch habe FMC erheblich von den befristeten US-Vergütungsregeln für neue Dialysemedikamente (TDAPA) profitiert, schrieb UBS-Analyst Graham Doyle. Enttäuschend seien zudem die Behandlungszahlen in den USA gewesen. JPMorgan-Analyst David Adlington sieht den Überraschungseffekt vor allem darin, dass der Markt den Zeitpunkt der TDAPA-Erstattungen falsch eingeschätzt habe. Nach der bestätigten Jahresprognose dürften nun die durchschnittlichen Analystenschätzungen für das zweite Halbjahr sinken.

Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis legte im zweiten Quartal währungsbereinigt um 23 Prozent auf 569 Millionen Euro zu, wie FMC am Montagabend in Bad Homburg mitteilte. Analysten hatten im Schnitt lediglich 515 Millionen Euro erwartet. Vor allem das Geschäft mit den eigenen Dialysekliniken und Versorgungszentren entwickelte sich laut Konzern besser als am Markt gedacht. Gleichzeitig kündigte der Konzern dort einen Führungswechsel an: Das weltweite Klinikgeschäft übernimmt zum 1. August die bisherige Chefin des US-Nierengeschäfts, Cassie McLean.

Auch die übrigen Ergebniskennziffern von FMC fielen besser aus als erwartet. Der den Anteilseignern zurechenbare Gewinn sank im Quartal zwar nominal um drei Prozent auf 218 Millionen Euro, währungsbereinigt ergab sich jedoch ein Plus von drei Prozent.

Seit mehr als drei Jahren treibt FMC ein Spar- und Umbauprogramm voran. Bis 2027 sollen Stellenabbau, Klinikschließungen und Teilverkäufe Einsparungen von insgesamt 1,2 Milliarden Euro bringen, wie FMC bestätigte. Für 2026 peilt das Unternehmen unverändert Kostensenkungen von 250 Millionen Euro an. Allein im zweiten Quartal steuerte das Programm 67 Millionen Euro bei. Im ersten Halbjahr wurden rund 100 Kliniken in den USA geschlossen, die Optimierung des US-Kliniknetzes gilt damit für 2026 als abgeschlossen. FMC erwartet, dass sich die effizientere Struktur in der zweiten Jahreshälfte positiv auf die Profitabilität auswirkt.

Die Einführung des neuen Dialysegeräts 5008X für die hochvolumige Hämodiafiltration (HVHDF) kommt ebenfalls voran. Das System ist inzwischen in 227 US-Kliniken im Einsatz und wurde bereits bei mehr als 600.000 Behandlungen genutzt. Rund zehn Prozent der Dialysegeräte wurden ersetzt, bis Jahresende sollen es 20 Prozent werden. Nach Angaben von Giza berichten Patienten unter anderem über rund 40 Prozent weniger Muskelkrämpfe nach der Behandlung. Das organische Behandlungswachstum in den USA ging im zweiten Quartal allerdings um 0,9 Prozent zurück, während die Behandlungen im internationalen Geschäft leicht zunahmen.

Die Jahresprognose bestätigte FMC. Der währungsbereinigte Umsatz soll 2026 etwa auf dem Vorjahresniveau von gut 19,6 Milliarden Euro liegen. Das bereinigte operative Ergebnis könnte ausgehend von gut 2,2 Milliarden Euro im Vorjahr währungsbereinigt im mittleren einstelligen Prozentbereich steigen, allerdings auch im selben Maß sinken./tav/mne/zb

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