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WOCHENAUSBLICK: Experten sehen wenig Gefahr nach Dax-Rekordrally

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die hohen Bewertungen an den Aktienmärkten könnten Experten zufolge weiter Bestand haben. Zwar nähert sich die Quartalsberichtssaison der Unternehmen, die vielfach mit ihren Zahlen und Ausblicken positiv überrascht haben, allmählich ihrem Ende. Doch die jüngsten Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten aus den Vereinigten Staaten nahmen der Angst vor steigenden US-Zinsen etwas Wind aus den Segeln.

"Die Unternehmensgewinne wachsen kräftig genug, um die Kurse weiter zu tragen", heißt es im Wochenausblick der DZ Bank. Sie hätten zudem die Diskussion, ob sich die Ausgaben für das Boom-Thema Künstliche Intelligenz (KI) lohnten, wieder entschärft. "Denn die großen Plattformkonzerne, insbesondere die führenden Cloud-Betreiber, konnten belegen, dass ihren hohen Investitionen bereits spürbare Umsatz- und Ertragszuwächse gegenüberstehen."

Investmentanalyst Henning Oligmüller von der Landesbank Baden-Württemberg betonte, dass die Firmengewinne im bisherigen Jahresverlauf stärker gestiegen seien als die Aktienkurse. Das spreche gegen einen "überschäumenden Optimismus". Zudem hätten die Anleger die neuerliche Verschärfung im Iran-Krieg abgeschüttelt. Allerdings würden die positiven Impulse seitens der Unternehmen nun seltener, weshalb "die typische saisonale Schwäche mit etwas Verspätung noch bevorstehen könnte", warnte er aber auch vor zu viel Optimismus.

"Die Sommerpause an den Aktienmärkten fällt in diesem Jahr offenbar aus", lautet indes die zuversichtliche Prognose von Robert Halver, Marktanalyst bei der Baader Bank. Ungeachtet des Iran-Kriegs, in dem kurzfristig keine Lösung in Sicht sei, sorgten eine wachsende Weltkonjunktur, die abnehmende Inflation und die zinspolitische Zurückhaltung der US-Notenbank Fed für eine "sonnige Börsenstimmung".

Markus Reinwand von der Landesbank Helaba verwies auf die seit Beginn des Iran-Kriegs wieder deutlich gesunkene Risikoscheu der Anleger, die sich an der impliziten Aktienmarktvolatilität ablesen lasse. Dies allein sei nicht problematisch, erhöhe aber das Rückschlagpotenzial bei negativen Überraschungen. "Für drohende deutliche Kurskorrekturen oder gar einen stürmischen Herbst gibt es - jenseits möglicher geopolitischer Störfeuer - gegenwärtig allerdings keine Hinweise", betonte er.

Der deutsche Leitindex Dax <DE0008469008> war erst vor wenigen Tagen auf ein Rekordhoch geklettert, das ungeachtet der seitherigen Konsolidierung in Sichtweite ist. Ebenfalls nicht weit zu weiteren Bestmarken haben es sein Eurozonen-Pendant EuroStoxx 50 <EU0009658145> sowie die großen US-Börsenindizes, obwohl sie im bisherigen Jahresverlauf schon deutlich stärker zugelegt haben. Das gilt insbesondere für das Tech-Barometer Nasdaq 100 <US6311011026> mit seinen vielen Halbleiterunternehmen, die zu den größten Profiteuren des KI-Hypes zählen.

Unternehmensseitig stehen hierzulande in der neuen Woche Vertreter aus den hinteren Börsenreihen im Fokus. Der Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische <DE0008051004> könnte am Montag mit einer Kapitalmarktveranstaltung Aufmerksamkeit finden.

Zur Wochenmitte sind Quartalszahlen des Maschinenbauers Heidelberger Druckmaschinen <DE0007314007> angekündigt. Der Halbjahresbericht der Online-Apotheke DocMorris <CH0042615283> könnte zudem auch den Aktienkurs der deutschen Konkurrentin Redcare Pharmacy <NL0012044747> bewegen. Am Donnerstag folgen die Zwischenberichte des Ticketvermarkters und Veranstalters CTS Eventim <DE0005470306> sowie des Spielwarenhersteller Tonies <LU2333563281>.

Seitens der Konjunktur sollten die amerikanischen Import- und Exportpreise am Dienstag einen Blick wert sein. Am Mittwochabend veröffentlicht die Fed das Protokoll zu ihrer letzten Sitzung Ende Juli, bei der sie den Leitzins unverändert gelassen hatte. Derzeit gehen die Finanzmärkte wieder eher davon aus, dass die Währungshüter auch auf ihrer Sitzung Mitte September die Füße still halten werden - wenngleich es immer noch etliche Investoren gibt, die eine Erhöhung für möglich halten.

Vor dem Wochenende stünden dann noch weltweit die Einkaufsmanagerindizes als wichtiger Frühindikator für die Unternehmensstimmung im Fokus, wie Chefstratege Robert Greil von der Privatbank Merck Finck schrieb./gl/la/mis

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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