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Nach millionenschwerem Sparkassen-Coup schon 18 Klagen

ESSEN/GELSENKIRCHEN (dpa-AFX) - Nach dem millionenschweren Einbruchscoup in einer Gelsenkirchener Sparkasse Ende 2025 klagen immer mehr Kunden auf vollen Schadenersatz. Aktuell lägen der Sparkasse 18 solcher Klagen vor, sagte ein Sprecher auf Nachfrage. Der nächste Prozess ist laut einer Gerichtssprecherin auf den 10. September terminiert.

Die Kläger werfen der Bank Sicherheitsmängel vor und fordern deshalb die volle Erstattung ihrer Schließfachinhalte. Vertraglich ist die Erstattung eigentlich auf maximal 10.300 Euro pro Schließfach beschränkt.

Mit Spezialbohrer in Tresorraum

Bei dem spektakulären Einbruch hatten Unbekannte Ende 2025 mehr als 3.000 Schließfächer aufgebrochen. Sie waren zuvor über die Tiefgarage in einen Archivraum der Bank und von dort aus mit einem Spezialbohrer in den Tresorraum der Bank eingedrungen. Der Schaden liegt nach Schätzungen insgesamt in zwei- oder sogar dreistelliger Millionenhöhe.

Weiter Suche nach einem Sachverständigen

Die ersten Zivilprozesse gegen die Sparkasse hatten Mitte Juni beim Landgericht Essen begonnen. Das Gericht setzte die Verfahren aber später aus, weil es einen Sachverständigen zu den Sicherheitsverkehrungen der Bank beauftragen will. Die Suche nach einem solchen Spezialisten laufe aktuell noch, sagte eine Gerichtssprecherin.

Anfang Juli hatte die Sparkasse nach eigenen Angaben mit ersten Auszahlungen aus der Schließfachversicherung begonnen. Der Anwalt Daniel Kuhlmann, der mehrere hundert Kläger vertritt, übt daran scharfe Kritik: Seines Wissens sei in keinem ihm bekannten Fall die Versicherungssumme tatsächlich ausgezahlt worden.

Sparkasse: "Weit über 100 Auszahlungen"

Der Sparkassensprecher wies dies ausdrücklich zurück. "Es wurden bislang weit über hundert Auszahlungen vorgenommen, es werden fortlaufend weitere Betroffene kontaktiert. Auch anwaltlich vertretene Betroffene wurden bereits kontaktiert und haben einen Ausgleich erhalten", erklärte er. Zum Schadensmanagement der Bank gebe es "ganz überwiegend positive Rückmeldungen".

In den Prozessen werfen die Kläger der Bank mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen im Sparkassengebäude, Tresorraum und der angrenzenden Tiefgarage vor. Die Bank weist die Vorwürfe der Kläger zurück. Sie argumentiert, die Schließfächer seien nach dem anerkannten Stand der Technik gesichert gewesen./rs/DP/mis

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Quelle: DFA/DPA. Diese Nachricht wurde vollständig von einer dritten Partei bereitgestellt und veröffentlicht. ING ist daran weder beteiligt noch hat ING Einfluss auf die veröffentlichten Informationen. Mehr dazu finden Sie im disclaimer.