Meine watchlist

Deutsche Anleihen: Zehnjahresrendite steigt auf höchstem Stand seit 2011

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ist am Dienstag auf ein Mehrjahreshoch geklettert. Sie stieg am Nachmittag auf zuletzt 3,25 Prozent. Dies ist der höchste Stand seit Mai 2011. Die Anleihekurse sanken im Gegenzug. Der richtungweisende Euro-Bund-Future <DE0009652644> fiel um 0,24 Prozent auf 123,75 Punkte. Er erreichte so den niedrigsten Stand seit Mitte Mai.

Die erneut gestiegenen Ölpreise belasteten die Kurse. So kletterte der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent auf mehr als 91 US-Dollar. Eine Einigung zwischen dem Iran und den USA und eine dauerhafte Öffnung der Straße von Hormus ist weiterhin nicht in Aussicht. Nach dem Ende der 60-tägigen Frist des Rahmenabkommens stehen Washington und Teheran laut US-Präsident Donald Trump nicht in Verhandlungen. "Es finden derzeit keine Gespräche oder Verhandlungen mit der Islamischen Republik Iran statt, und es sind auch keine geplant", teilte er auf der Plattform Truth Social mit.

Mit dem Ölpreis steigende Inflationsgefahren stützen die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen weiter anheben dürfte. Dies treibt die Anleiherenditen in der Eurozone nach oben. Auch in den USA und Asien legten die Renditen angesichts der Inflationsgefahren zuletzt zu. Die im Juni noch vorherrschende Erwartungen eines rückläufigen Inflationsdrucks sind mittlerweile ausgepreist.

Besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten aus Deutschland bewegten den Anleihemarkt kaum. Die vom ZEW erhobenen Konjunkturerwartungen legten im Juli stärker als erwartet zu. Auch die auf einem nimmer noch niedrigen Niveau befindliche Lagebeurteilung verbesserte sich. "Trotz aller Störfeuer vom ungelösten Nahost-Konflikt bis zur Niedrigwasserkrise zeigen die Finanzmarktexperten zum vierten Mal in Folge eine wachsende Zuversicht, dass die Konjunktur den Widrigkeiten trotzt", kommentierte Elmar Völker, Volkswirt bei der LBBW. "Ob die positiven Impulse ausreichen, um die wirtschaftliche Talsohle nachhaltig zu überwinden, muss sich jedoch erst noch zeigen."/jsl/he

Disclaimer

Quelle: DFA/DPA. Diese Nachricht wurde vollständig von einer dritten Partei bereitgestellt und veröffentlicht. ING ist daran weder beteiligt noch hat ING Einfluss auf die veröffentlichten Informationen. Mehr dazu finden Sie im disclaimer.