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Aktien New York: Techsektor unter Druck - Anleiherenditen und Ölpreise belasten

NEW YORK (dpa-AFX) - Der besonders finanzierungsabhängige US-Technologiesektor steht am Dienstag angesichts gestiegener Anleiherenditen unter Druck. Für den Nasdaq 100 <US6311011026> ging es zuletzt um 1,63 Prozent auf 29.507 Zähler abwärts. Bereits am Vortag hatte die jüngste Erholung Risse gezeigt.

Im Dow Jones Industrial <US2605661048> waren die Verluste geringer: Der Leitindex gab zuletzt um 0,17 Prozent auf 53.370 Punkte nach. Der marktbreite S&P 500 <US78378X1072>, in dem zahlreiche Technologiewerte enthalten sind, büßte 0,57 Prozent auf 7.701 Zähler ein.

Steigende Renditen langlaufender Anleihen auf Mehrjahreshochs und weiter anziehende Ölpreise aufgrund des fortgesetzten Iran-Krieges dämpften die Nachfrage der Anleger nach risikoreichen Anlagen. "Die Lage im Nahen Osten spitzt sich eindeutig wieder zu, und die langfristigen Zinsen steigen - und das sind Faktoren, die letztendlich den Wert von Aktien untergraben", kommentierte Emma Moriarty von CG Asset Management.

Aktien aus dem Bereich Künstlicher Intelligenz (KI), die tags zuvor noch von der KI-Fantasie profitiert hatten, litten unter den steigenden Renditen und letztlich unter Gewinnmitnahmen. So sanken die Titel von Nvidia <US67066G1040> um gut 2 Prozent. Papiere von Micron <US5951121038>, Sandisk <US80004C1018> Marvell Technology <US5738741041> und Applied Materials <US0382221051> verbuchten Kursabschläge zwischen 5 und 10 Prozent. Der Philadelphia Semiconductor Index als Gradmesser für den Chipsektor büßte 5,5 Prozent ein.

Der Aufwärtstrend am US-Aktienmarkt ist laut Analyst Andreas Wex von der Commerzbank dennoch intakt. Seine Fortsetzung hänge jedoch zunehmend von einer Kombination aus fortgesetztem Gewinnwachstum, intakter KI-Investitionswelle und einer Stabilisierung des Zinsumfelds ab. Die Risiken lägen derzeit weniger in einer drohenden Rezession als vielmehr in steigenden Zinsen, geopolitischer Eskalation, hohen Energiepreisen, Inflation und einer möglichen Enttäuschung der KI-Ertragsstory, so der Fachmann.

Der Druck im KI-Sektor verschonte auch die Anteile von Caterpillar <US1491231015> am Dienstag nicht. Weil immer mehr Rechenzentren gebaut werden und das Unternehmen zudem ein Standbein im Bereich Energietechnik für Rechenzentren hat, ist der Aktienkurs inzwischen abhängiger von der Entwicklung in diesem Bereich. Zuletzt sackten die Caterpillar-Papiere als Schlusslicht im Dow um fast 5 Prozent ab.

Außerhalb des Techsektors schauten Marktteilnehmer auf die weltgrößte Baumarktkette Home Depot <US4370761029>, die im zweiten Quartal besser abgeschnitten hatte als erwartet. Die Aktien legten moderat zu.

Die Papiere von Fabrinet <KYG3323L1005> brachen um mehr als ein Fünftel ein. Das Unternehmen für Verfahrenstechnik hatte mit seinen Datacom-Umsätzen enttäuscht.

Die UGI-Aktien <US9026811052> verzeichneten einen Anstieg von 11,5 Prozent, nachdem das "Wall Street Journal" berichtet hatte, dass der Erdgas- und Stromversorger ein Übernahmeangebot von KKR in Höhe von rund 9 Milliarden Dollar erhalten habe.

Die am US-Markt notierten Papiere von Baidu <US0567521085> fielen um 13 Prozent. Das chinesische KI- und Internetunternehmen hatte einen deutlich geringeren Gewinn im zweiten Quartal gemeldet, der auf schwache Umsätze vor allem im Online-Marketing-Geschäft zurückzuführen war./ajx/he

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