VW-Chef beschwört Zusammenhalt: 'Alle müssen mitziehen'
BERLIN (dpa-AFX) - VW <DE0007664039>-Konzernchef Oliver Blume schwört die Belegschaft auf tiefgreifende Einschnitte ein und fordert angesichts einer globalen Branchenkrise Zusammenhalt. "Auf die nächsten Wochen kommt es an: Alle müssen mitziehen", sagte er der "Bild am Sonntag". "Wir haben den größten Transformationsplan in der Geschichte des Volkswagen <DE0007664039>-Konzerns aufgesetzt."
Nächste Woche findet eine Reihe von außerordentlichen Betriebsversammlungen bei Volkswagen statt. Die Arbeitnehmerseite hatte vor den Werksferien Details zu den Sparplänen verlangt.
"Die nächsten Jahre sind entscheidend"
"Die nächsten Jahre sind entscheidend, wer im Rennen bleibt und wer an die Spitze fährt", sagte Blume weiter. Die Ursachen für den enormen Spardruck sieht er in einem fundamentalen Marktwandel und globalen Verwerfungen: "Die weltweite Autoindustrie ist in einer Mega-Krise. Und der Volkswagen-Konzern ist mittendrin. Geopolitik, Handelsbarrieren, Regulatorik, schwache Märkte und massiver Wettbewerb fordern alle." Blume appellierte an den Kampfgeist der Belegschaft: "Für die Menschen, unser Unternehmen und die Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland."
Blume hatte bereits im Frühjahr angekündigt, an einem neuen "Zielbild 2030" für VW zu arbeiten und dabei den Sparkurs deutlich zu verschärfen. Seitdem wird bei dem Konzern um vier Werke und bis zu 50.000 zusätzliche Stellen gebangt.
Blume hatte erst kürzlich in einem Interview im VW-Intranet gesagt, die Lage bei VW sei "mehr als kritisch". Es gebe dringenden Handlungsbedarf. Die Rendite von 3,8 Prozent sei zwar solide, reiche aber bei weitem nicht aus, um dauerhaft ausreichende Mittel für neue Technologien und Produkte sowie die Standorte zu erwirtschaften.
Vorstand tritt bei Betriebsversammlungen vor Belegschaft
Volkswagen steht vor einer heißen Phase. In den nächsten Tagen bis Ende August sind neun Betriebsversammlungen etwa in Hannover, Braunschweig, Salzgitter, Dresden, Chemnitz und Kassel-Baunatal geplant, bei denen der Vorstand der Belegschaft Rede und Antwort stehen soll. Den Auftakt macht am 25. August Wolfsburg, Tags darauf folgen Emden und Zwickau, den Abschluss macht am 31. August Hannover.
Mit Blick auf die als bedroht bezeichneten Werke in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm hatte Blume im Interview gesagt, dass es für diese Standorte heute keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre gebe. Eine Entscheidung über konkrete Werksschließungen sei nicht getroffen./als/DP/he
Disclaimer
Quelle: DFA/DPA. Diese Nachricht wurde vollständig von einer dritten Partei bereitgestellt und veröffentlicht. ING ist daran weder beteiligt noch hat ING Einfluss auf die veröffentlichten Informationen. Mehr dazu finden Sie im disclaimer.