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ROUNDUP 2: CIA-Chef in Moskau - Kreml warnt vor zu großen Erwartungen

(neu: Details)

MOSKAU (dpa-AFX) - Nach der Visite des Direktors des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, John Ratcliffe, in Moskau hat der Kreml Hoffnungen auf eine Verbesserung der angespannten Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland gedämpft. Bilaterale Gespräche zwischen den Geheimdiensten beider Länder gebe es zwar auch in den schwierigsten Momenten, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen. "Das ist für sich genommen ein positiver Prozess." Es sei aber noch zu früh, um zu sagen, inwieweit dies dazu beitragen könnte, das Verhältnis zwischen beiden Ländern aus der gegenwärtigen "tiefen Krise" herauszubringen.

Der Kremlsprecher hatte zuvor bestätigt, dass Ratcliffe zu Gesprächen "zwischen den Geheimdiensten" in die russische Hauptstadt gekommen sei. Der Vertraute von Präsident Wladimir Putin betonte allerdings, dass es kein Treffen des Kremlchefs mit Ratcliffe gegeben habe.

Peskow: Keine Treffen mit hochrangigen US-Vertretern geplant

Peskow sagte weiter, der Kreml plane momentan auch keine Begegnungen mit anderen hochrangigen Vertretern der USA. Er könne jedoch nicht für andere russische Behörden sprechen. Der Kreml hatte im Mai ein neues Treffen von Putin und US-Präsident Donald Trump im November beim Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) in China nicht ausgeschlossen. Es ist aber bislang noch unklar, ob Trump überhaupt zu dem Gipfel kommt.

Zu den Inhalten von Ratcliffes Gesprächen in Moskau machte Peskow keine Angaben. Fragen von Journalisten dazu, ob es dabei um die Ukraine oder den Iran gegangen sei, wich er aus.

Kremlsprecher gab zunächst vor, von Visite nichts zu wissen

Am Vortag hatte der Kremlsprecher nach der Landung eines US-Militärflugzeugs in Moskau noch behauptet, ihm sei nichts dazu bekannt. Russische Kommentatoren amüsierten sich über die Äußerungen, weil es Aufnahmen von dem Flugzeug in den sozialen Netzwerken gab. Viele fragten sich, wie eine solch riesige Maschine mit dem CIA-Chef an Bord ohne Wissen der russischen Staatsführung einfach auf dem Flughafen Wnukowo landen könne. In sozialen Medien gab es zudem Berichte über eine auffällige Fahrzeugkolonne mit Diplomatenkennzeichen in der Moskauer Innenstadt.

Für Ratcliffe dürfte es der erste Besuch als CIA-Chef in Moskau gewesen sein. Zuletzt hatte 2021 der damalige CIA-Chef William Burns Russland besucht, der sich auch mit Putin traf. Burns sollte damals im Auftrag von US-Präsident Joe Biden eine Eskalation im Ukraine-Konflikt verhindern. Allerdings begann Putin dann seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine am 24. Februar 2022. Auch danach gab es jedoch weiter Kontakte zwischen Geheimdiensten und Militär.

Spekulationen über Anlass für Besuch in Moskau

Über den Anlass der jüngsten Gespräche wurde spekuliert. Bekannt ist dazu offiziell nichts. Gemutmaßt wurde vielfach, dass Ratcliffe Russland vor einer weiteren Eskalation im Ukraine-Krieg warnen wollte. Die Ukraine hatte unter Berufung auf Geheimdienstinformationen mitgeteilt, Putin plane eine Mobilmachung nach der Parlamentswahl im September. Kremlsprecher Peskow wies das erst am Dienstag erneut als Falschinformation - als eine "Ente" - zurück, die nur das Ziel habe, die Lage in Russland vor den Wahlen zu destabilisieren.

Der kremlnahe Politologe Sergej Markow äußerte auch noch andere Thesen: etwa zu einem möglichen Zusammenhang mit dem Iran-Krieg. Moskau unterstützt die Führung in Teheran. Möglich sei auch eine Verbindung zu dem Fund von Sprengstoff-Drohnen auf dem Flughafen Halle-Leipzig, meinte er. Die US-Behörden vermuten, dass Russland hinter dem Vorfall steckt. In Deutschland laufen dazu Ermittlungen.

US-Medien: Ratcliffes Flugzeug stand acht Stunden in Moskau

Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte auf dem Flughafen von einem hybriden Angriff fremder Mächte gesprochen, ohne direkt Moskau verantwortlich zu machen. Kanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte am Dienstag an, dazu in Kürze Erkenntnisse bekanntzugeben. Die Urheber würden für diese Bedrohung "bezahlen", sagte er.

Am Dienstagabend hob das US-Flugzeug nach Berichten russischer Staatsmedien wieder in Richtung Riga ab. Wie die "New York Times" berichtete, ergab sich aus Daten des Luftverkehr-Portals "Flightradar", dass Ratcliffes Maschine acht Stunden in Moskau am Boden geblieben war. Auffällig war in Moskau, dass es am Dienstag keine ukrainischen Drohnenangriffe gab. Laut US-Medien hatten die Amerikaner Kiew gebeten, die Angriffe zeitweilig einzustellen.

In der Nacht zu Mittwoch, also nach Ratcliffes Abreise, startete die Ukraine eine neue Welle von Drohnenangriffen gegen Russland. In der Region Lipezk wurden ein Mann und ein 14-jähriges Mädchen getötet, wie die örtlichen Behörden meldeten. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden 426 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört. Auch die Hauptstadt Moskau war Ziel der Angriffe. In der Region Tambow etwa 600 Kilometer südöstlich von Moskau wurde zudem ein weiteres Lager des größten russischen Online-Versandhändlers Wildberries Ziel eines ukrainischen Drohnenangriffs./mau/DP/nas

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