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Bitcoin rutscht unter 80.000 Dollar-Marke - Baldige US-Zinserhöhung

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Bitcoin ist am Freitag wieder unter die Marke von 80.000 US-Dollar gerutscht. Dabei nahm der Druck am Nachmittag infolge einer Rede von US-Notenbankchef Kevin Warsh auf dem internationalen Notenbank-Symposium im US-amerikanischen Jackson Hole zu. Zuletzt wurden auf der Handelsplattform Bitstamp für einen Bitcoin 77.813 Dollar gezahlt und damit rund 3 Prozent weniger als am Vortag.

In seiner Rede betonte Warsh mit ungewöhnlich deutlichen Worten die hohe Inflation in den USA sowie seine Bereitschaft für eine straffere Geldpolitik. "Wir müssen davon überzeugt sein, dass sich die Kerninflation eindeutig und mit ausreichender Geschwindigkeit unserem Ziel annähert. Andernfalls haben wir noch einiges zu tun", sagte er laut Redemanuskript beim Notenbank-Treffen der Federal Reserve of Kansas City in Jackson Hole (US-Bundesstaat Wyoming).

Akteure an den Finanzmärkten halten eine Leitzinserhöhung schon im September mittlerweile für wahrscheinlicher als vor der Rede. Höhere Zinsen würden dann wohl auch höhere Renditen für US-Staatsanleihen bedeuten, was diese im Vergleich zum Bitcoin attraktiver machen könnte.

Insgesamt hält sich der Bitcoin aber noch recht gut, nachdem Mitte August eine deutliche Erholung gestartet war, die ihn an diesem Freitag auf Bitstamp zunächst bis auf 81.450 Dollar getrieben hatte.

Ein Grund der Rally war zuletzt dann auch ein Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Vertretern der Kryptobranche. Die Zusammenkunft sorgte für mehr Optimismus hinsichtlich des Engagements der Regierung für den Kryptosektor. Trump drängt darauf, dass ein Gesetzentwurf zur Regulierung von Kryptowährungen umgesetzt wird. Die Anleger hoffen auf weniger Regulierung beim Handel mit Kryptowährungen.

Dominic Weibel, Head of Research bei Bitcoin Suisse, erklärt den jüngsten Aufwärtstrend auch mit der Nachfrage "über professionelle Kanäle." Die US-Spot-Bitcoin-ETFs hätten in der Vorwoche Nettozuflüsse von knapp 1,9 Milliarden US-Dollar verzeichnet. "Zugleich erhält der Debasement-Trade durch die angekündigte Ausweitung der Rückkäufe länger laufender US-Staatsanleihen neuen Rückenwind. Finanzielle Repression begünstigt grundsätzlich knappe Vermögenswerte, insbesondere Bitcoin mit seinem fest begrenzten Angebot."

So hatte die US-Regierung in der vergangenen Woche angekündigt, verstärkt eigene Staatsanleihen zurückkaufen zu wollen, was den US-Dollar belastete. Mit der Maßnahme sollen die Renditen der Staatspapiere gesenkt werden, auch um den Schuldendienst für die US-Regierung günstiger zu machen. Hohe Renditen an den Anleihemärkten können zudem Unternehmer und Verbraucher belasten, wenn sie Kredite aufnehmen.

Der Bitcoin liegt trotz seiner Erholung aber unter seinem Jahreshoch, dass er im Januar bei knapp 98.000 Dollar markiert hatte; im Herbst 2025 war er sogar auf ein Rekordhoch von gut 126.000 Dollar gestiegen./mis/niw

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