2.500 Unternehmen setzen sich gemeinsam für Demokratie ein
BERLIN (dpa-AFX) - Rund 2.500 Unternehmen haben sich zum Verein "Wirtschaft für ein weltoffenes Deutschland" zusammengeschlossen. "Weltoffenheit und Demokratieförderung sind keine Kostenfaktoren, sondern Investitionen in die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen", sagte Vereins-Vorständin Sylvia Pfefferkorn. Nicht nur Start-ups und Mittelständler engagieren sich. Auch Konzerne oder ihre Tochterunternehmen sind dabei, etwa Volkswagen <DE0007664039> und Infineon <DE0006231004>.
"Jedes verantwortungsbewusste Unternehmen muss sich die Frage stellen, ob es einem stabilen und menschenfreundlichen Wertegerüst folgen will", schreibt der Verein auf seiner Website. Neutralität sei Teil des Problems. Deshalb will das Bündnis nach eigenen Angaben bei Politikern und in den Medien für Demokratie, ein starkes, friedliches Europa und Diversität eintreten.
Deutsche Wirtschaft brauche zugewanderte Fachkräfte
Besonders deutlich positioniert sich der Verein zur Einwanderungspolitik. Die deutsche Wirtschaft brauche zugewanderte Fachkräfte, die langfristig Teil der Gesellschaft bleiben. Aktuell sei Deutschland als Einwanderungsland nicht attraktiv genug; das gelte insbesondere für Wissenschaftler. Es gebe Menschen, "die Sorge haben, ihre Kinder auf den Schulweg zu schicken, von denen wir aber gerne wollen, dass sie bei uns arbeiten", sagt Vorständin Bärbel Boy.
Im Kampf für mehr Weltoffenheit sieht sich das Bündnis im Konflikt mit der AfD. Was in den Wahlprogrammen der Partei stehe, schade der EU sowie der Freiheit von Wissenschaft und Medien.
Betriebe erreichen die Menschen, Medien und NGOs oft nicht
Vorständin Boy sagt, Unternehmer seien besonders fähig, demokratische Werte in der Belegschaft zu stärken. Da sie "noch Zugang zu Gruppen haben, zu denen wir oftmals über andere Kanäle gar keinen Zugang mehr finden".
Der Verband begründet sein Engagement unter anderem mit dem Edelman Trust Barometer 2026: 74 Prozent der Arbeitnehmer vertrauen demnach ihrem Arbeitgeber. Der Wirtschaft insgesamt (48 Prozent) und den Medien (46) vertraute nur knapp die Hälfte der Befragten, der Regierung (42) und NGOs (41) noch weniger. Die Studie befragte 1.200 Menschen in Deutschland und ist nach eigenen Angaben repräsentativ./tia/DP/jha
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