ROUNDUP: Broadcom wächst dank hoher KI-Nachfrage weiter rasant
SAN JOSE (dpa-AFX) - Der Chipkonzern Broadcom <US11135F1012> rechnet dank florierender Geschäfte mit Chips für Angebote rund um die Künstliche Intelligenz (KI) mit einem anhaltend hohen Wachstum. Das Geschäft mit Chips für KI-Unternehmen wie Anthropic oder OpenAI soll nach Aussagen des Konzernchefs Hock Tan während einer Telefonkonferenz anlässlich der Quartalszahlen in den kommenden Jahren kräftig anziehen. Die Aktie gab vorbörslich dennoch leicht nach.
Der seit 2006 amtierende Konzernchef Hock Tan erhöhte zum einen das Ziel für KI-Chips in dem bis Ende Oktober laufenden Geschäftsjahr 2025/26 leicht auf 58 Milliarden Dollar. Im darauffolgenden Geschäftsjahr soll der Erlös mit KI-bezogenen Produkten auf 115 Milliarden Dollar steigen und sich im Jahr darauf auf 230 Milliarden Dollar verdoppeln. Für Analysten kommt das nicht überraschend. Die Ziele des Unternehmens liegen im Rahmen der Analystenerwartungen.
Das Unternehmen sei zudem auf gutem Weg, den um Sondereffekte bereinigten Gewinn im Geschäftsjahr 2027/28 auf 30 Dollar je Aktie zu steigern. Analysten hatten hier bislang weniger auf dem Zettel. Im vergangenen Geschäftsjahr lag der bereinigte Gewinn je Aktie noch bei knapp sieben Dollar.
Experten trauen dem Unternehmen zu, in dem stark wachsenden Markt für KI-Chips auch gegen den Platzhirschen Nvidia <US67066G1040> bestehen zu können. Unternehmen wie Google <US02079K1079>, Meta <US30303M1027> oder Microsoft <US5949181045>, die derzeit massiv in den Ausbau ihrer KI-Angebote investieren, setzen zunehmend auch auf andere Anbieter, um nicht zu stark vom Branchen- und Technologieführer Nvidia abhängig zu sein
Die von Bloomberg befragten Experten gehen davon aus, dass Broadcom den Umsatz bis 2027/28 auf fast 250 Milliarden Dollar steigern kann. Das wäre fast dreimal so viel wie 2024/25. Der Gewinn soll dabei auf mehr als 100 Milliarden Dollar klettern
Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 peilt Broadcom einen Konzernumsatz von knapp 35 Milliarden Dollar an. Das wäre ein Plus von 93 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die um Sondereffekte bereinigte Marge soll bei rund 66 Prozent stabil gehalten werden.
Im dritten Quartal zog der Erlös um 86 Prozent auf fast 30 Milliarden Dollar an. Bei dem um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinn verzeichnete Broadcom einen Anstieg um 92 Prozent auf etwas mehr als 20 Milliarden Dollar. Die operative Marge sei daher leicht auf knapp 68 Prozent gestiegen.
Die Broadcom-Aktie gab in New York vorbörslich knapp zwei Prozent auf 361 Dollar nach. Das Papier steht seit dem Anfang Juni erreichten Rekordhoch von 495 Dollar unter Druck und büßte seitdem rund ein Viertel ihres Werts ein. In den vergangenen Jahren zählt die Aktie zu den Papieren, die am stärksten vom KI-Boom an der Börse profitiert haben.
Der Kurs der Broadcom-Aktie hat sich seit Anfang September 2021 mehr als versiebenfacht. Mit einem Börsenwert von etwas mehr als 1,7 Billionen Dollar gehört der Chiphersteller derzeit zu den weltweit wertvollsten Konzernen. Aktuell liegt das US-Unternehmen auf Rang acht in dieser Wertung.
Analysten sind mit Blick auf die Entwicklung der Aktie optimistisch. 57 der 62 von Bloomberg erfassten Analysten empfehlen das Papier zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei knapp 530 Dollar; also deutlich über dem aktuellen Niveau und auch etwas über dem bisherigen Rekordhoch.
Nach den Zahlen und den Prognosen erhöhten unter anderem die Experten der US-Banken Bernstein und Goldman Sachs ihre Kursziele. Der starke Umsatzausblick für KI-Chips bis ins Geschäftsjahr 2028 auf einer breiteren Kundenbasis dürfte die Aktien antreiben, schrieb Goldman-Sachs-Experte James Schneider. Er geht davon aus, dass der US-Konzern die Ziele noch übertreffen wird./zb/he/err/stk
Disclaimer
Quelle: DFA/DPA. Diese Nachricht wurde vollständig von einer dritten Partei bereitgestellt und veröffentlicht. ING ist daran weder beteiligt noch hat ING Einfluss auf die veröffentlichten Informationen. Mehr dazu finden Sie im disclaimer.