AKTIE IM FOKUS 2: Starke Zahlen von Broadcom überzeugen Anleger nicht
(neu: aktuelle Kurse und Charttechnik)
NEW YORK (dpa-AFX) - Starke Zahlen und ein optimistischer Ausblick haben den Broadcom-Anlegern <US11135F1012> am Donnerstag nicht gereicht. Laut Händlern wird es immer schwieriger für Unternehmen mit KI-Fantasie, die Euphorie aufrechtzuerhalten. Am Markt sei auf noch stärkere Signale hinsichtlich der Umsatzentwicklung gehofft worden.
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Die Aktien von Broadcom fielen zuletzt 6,5 Prozent auf gut 343 US-Dollar. Damit sackten sie an das Ende des Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 <US6311011026>. Dieser legte moderat zu.
Ein Börsianer betonte, das Ergebnis habe im dritten Geschäftsquartal leicht über den Erwartungen gelegen. Die Prognose für das Schlussquartal decke sich in etwa mit den Schätzungen, doch dies beeindrucke die Anleger offenbar nicht deutlich genug. Sie seien bereits auf noch stärkere kurzfristige Ergebnisse eingestellt gewesen, argumentierte der Marktteilnehmer. Die Ziele wirkten solide, aber weniger überzeugend als jene des größeren Konkurrenten Nvidia <US67066G1040> in der vergangenen Woche. Dessen Kurs lag knapp ein Prozent im Plus.
Es konnte die Stimmung auch nicht heben, dass Broadcom binnen zwei Jahren einen weiteren Boom erwartet - und damit die Hoffnung nährt, dass Nvidia in einem lukrativen Markt vielleicht herausgefordert werden kann.
Laut Bernstein-Experte Stacy Rasgon scheiden sich die Geister auch am wichtigen Kunden Google. Die Skeptiker dürften monieren, dass der zur Alphabet-Holding <US02079K3059> gehörende Suchmaschinenbetreiber künftig weniger auf Broadcom-Chips setze und die Ziele daher stärker von den KI-Unternehmen Anthropic und OpenAI abhingen. Die Optimisten dürften dagegenhalten, dass Google auch als Nummer-3-Kunde eine große Bedeutung behalte. Der Experte schließt sich letzteren an, auch wegen einer günstigen Bewertung.
Es hatte zuletzt schon etliche Fälle von KI-getriebenen Aktien aus dem Chipbereich gegeben, für die die Fantasie angesichts hochgesteckter Hoffnungen nicht neu belebt werden konnte. Ausdruck dessen ist, dass viele Branchenwerte von ihren Rekorden zurückgekommen sind. Das Broadcom-Papier hatte Anfang Juni noch fast 500 US-Dollar gekostet. Mir den jüngsten Kursverlusten sind nunmehr die seit Jahresbeginn angesammelten Gewinne aufgezehrt.
Die Broadcom-Aktien zählen zu denen, die am stärksten vom KI-Boom an der Börse profitiert haben. Ihr Kurs hat sich seit Anfang September 2021 mehr als versiebenfacht. Mit einem Börsenwert von etwas mehr als 1,6 Billionen Dollar gehört der Chiphersteller derzeit zu den zehn weltweit wertvollsten Konzernen.
Analysten sind mit Blick auf die Entwicklung der Aktien optimistisch. 57 der 62 von Bloomberg erfassten Analysten empfehlen das Papier zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei gut 530 Dollar, also deutlich über dem aktuellen Niveau und auch etwas über dem bisherigen Rekordhoch.
Nach den Zahlen und den Prognosen erhöhten unter anderem die Experten der US-Banken Bernstein und Goldman Sachs ihre Kursziele. Der starke Umsatzausblick für KI-Chips bis ins Geschäftsjahr 2028 auf einer breiteren Kundenbasis dürfte die Aktien antreiben, schrieb James Schneider von Goldman Sachs. Er geht davon aus, dass der US-Konzern die Ziele noch übertreffen wird.
Aus charttechnischer Sicht hat sich mit dem Kursrutsch am Donnerstag das Bild weiter eingetrübt. Nachdem die Aktien bereits Mitte August unter die 21- und die 50-Tage-Durchschnittslinien als Richtschnüre für den kurz- bis mittelfristigen Trend gefallen waren, folgte nun der Rutsch unter die viel beachtete 200-Tage-Linie. Sie beschreibt die langfristige Entwicklung./tih/gl/zb/la/bek/he
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