Taiwan-Konflikt sorgt bei Gwangju Biennale für Eklat
GWANGJU (dpa-AFX) - Die heute eröffnete Gwangju Biennale in Südkorea wird von einem politischen Streit zwischen Taiwan und China überschattet. Nachdem die Veranstalter den offiziellen Pavillon des demokratisch regierten Inselstaats "Taiwan Pavillon" nannten, drückte Chinas Botschafter in Südkorea sein Bedauern aus. Die chinesischen Künstler sagten daraufhin ihre Teilnahme an der Biennale ab. Die Gwangju-Biennale gilt als eine der bedeutendsten Ausstellungen für zeitgenössische Kunst in Asien.
Die Organisatoren hatten den Pavillon im Vorfeld der Eröffnung zunächst auf chinesischen Druck in "NTMoFA Pavillon" umbenannt (nach dem "National Taiwan Museum of Fine Arts"). Nach Protesten des taiwanischen Kulturministeriums machten sie die Umbenennung jedoch wieder rückgängig.
Die chinesische Regierung betrachtet Taiwan als Teil ihres Staatsgebiets und lehnt eine internationale Darstellung der Insel als eigenständiges Land ab. Regelmäßig droht China auch mit militärischer Gewalt gegen Taiwan.
Gwangju gilt als Wiege der südkoreanischen Demokratie
Die taiwanische Museumsdirektorin Chen Kuang-Yi sagte laut Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap, es sei von besonderer Bedeutung, dass der Pavillon unter seinem ursprünglichen Namen gezeigt werden könne - gerade in Gwangju, einem symbolischen Ort für Demokratie und Menschenrechte in Südkorea.
Die Stadt im Süden des Landes gilt als Wiege der südkoreanischen Demokratie. Beim sogenannten Gwangju-Aufstand im Mai 1980 gingen Bürger gegen die damalige Militärdiktatur auf die Straße, die Proteste wurden von Regierungstruppen gewaltsam niedergeschlagen. Die Ereignisse gelten als wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Demokratisierung Südkoreas./fkr/DP/zb
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