ROUNDUP: Milliarden-Geschäft: Windstrom-Plattform made in Rostock
ROSTOCK (dpa-AFX) - Der Stromnetzbetreiber 50Hertz hat einen weiteren Milliarden-Auftrag zum Bau einer Windstrom-Plattform auf See überwiegend nach Rostock vergeben. Auftragnehmer ist wie bei Erstauftrag im Juni Neptun Smulders Offshore Renewables (NSORe), ein Jointventure der zum Meyer Werft-Konzern gehörenden Neptun Werft und dem belgischen Unternehmen Smulders. Entsprechende Vertragsverhandlungen seien erfolgreich abgeschlossen worden, so 50Hertz. Siemens Energy <DE000ENER6Y0> ist wie beim Erstauftrag für die Lieferung der Hochspannungs-Komponenten zuständig.
Das Auftragsvolumen für den NSORe-Anteil an beiden Offshore-Konverteranlagen liegt den Angaben zufolge insgesamt bei rund 2,5 Milliarden Euro, wovon ein Großteil für Produktion und Dienstleistungen in Mecklenburg-Vorpommern verwendet werde. Auf der Werft in Rostock-Warnemünde sollen wesentliche Komponenten wie das Hauptgebäude der Offshore-Plattform gebaut werden. Smulders stellt die stählerne Unterkonstruktion auf einer eigenen Werft in Vlissingen in den Niederlanden her.
"Als Auftraggeber für 2 Gigawatt-Konverteranlagen brauchen wir leistungsfähige Partner und belastbare industrielle Strukturen, die in Rostock-Warnemünde vorhanden sind. Mit diesem zweiten Auftrag stärken wir die gesamte Wertschöpfungskette in der Region noch weiter und tragen dazu bei, dass die Energiewende auch auf dem Meer vorankommt", sagte 50Hertz-Chef Stefan Kapferer. Politisch müsse es jetzt darum gehen, das Wind-auf-See-Gesetz so nachzuschärfen, dass es beim Bau der Offshore-Windparks Planungssicherheit und keinen Verzug gebe.
90 Meter lang, 60 Meter hoch
Windparks auf See spielen eine wichtige Rolle bei der Energiewende. Sie sollen Deutschland auch unabhängiger von anderen Energielieferungen machen. Eine Konverterplattform sieht ähnlich aus wie eine Ölbohrinsel. Die beauftragte Plattform ist in etwa 90 Meter lang, 50 Meter breit und 60 Meter hoch. Zum Vergleich: Ein Bundesliga-Fußballfeld misst 105 mal 68 Meter.
Der Konverter wandelt den von Windkraftanlagen auf See produzierten Wechselstrom in Gleichstrom um, der dann an die Küste transportiert und von dort in große Verbrauchszentren im Land verteilt wird. Gleichstrom hat bei langen Transportwegen deutlich geringere Verlustwerte als Wechselstrom.
Die Offshore-Konverter sollen in der Nordsee rund 200 Kilometer westlich der Insel Sylt installiert werden. Das Projekt North Sea Connector 2 solle bis Ende 2034 in Betrieb gehen.
Bis zu 1.000 neue Jobs
Die NSORe-Geschäftsführer Malte Poelmann und Dieter Weyns zeigten sich erfreut über den Folgeauftrag. "Dies spiegelt die wachsende Bedeutung der Offshore-Energieinfrastruktur wider und stärkt die Position von NSORe als einem Schlüsselakteur der Energiewende."
Die Hansestadt Rostock erhofft sich durch die Großaufträge bis zu 1.000 neue Jobs. Bei Neptun Werft und Smulders sollen rund 500 neue Arbeitsplätze entstehen, weitere bis zu 500 Jobs würden während der Bauphase bei Zulieferern und Dienstleistern erwartet, hatte die Stadt bei der ersten Auftragsvergabe im Juni mitgeteilt./hr/DP/stk
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