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Funke-Verlegerin Julia Becker warnt vor Sparen am Journalismus

BERLIN (dpa-AFX) - Die Verlegerin und Funke-Aufsichtsratsvorsitzende Julia Becker warnt Medienhäuser davor, Journalismus vor allem als Kostenfaktor zu betrachten. "Auch wenn ich weiß, dass es manche Kollegen hier durchaus anders sehen: Journalismus kann und darf niemals als Kostenfaktor betrachtet werden", sagte sie bei einer Veranstaltung der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Alle Medienhäuser, die so denken und so rechnen, werden nicht überleben."

Becker begründete ihre Position auch wirtschaftlich. Menschen seien bereit, für Journalismus zu bezahlen, wenn er ihnen einen echten Mehrwert biete, sagte sie. Ein Medienunternehmen könne deshalb nur mit hochwertigen journalistischen Angeboten bestehen.

KI als Sparringspartner

Auch Künstliche Intelligenz bedroht den Journalismus nach Beckers Einschätzung nicht grundsätzlich. Technologische Entwicklungen hätten die Arbeit von Redaktionen schon immer verändert und geprägt, sagte die Verlegerin. KI könne etwa bei der Recherche helfen, große Datenmengen auswerten, Sachverhalte visualisieren oder Texte korrigieren und als eine Art Sparringspartner dienen. Menschliche Neugier, Gespür und journalistisches Urteilsvermögen könne sie dagegen nicht ersetzen.

Angesichts von Falschinformationen und Propaganda komme verlässlichem Journalismus zugleich eine besondere Bedeutung zu, sagte Becker. Wo heute jeder selbst zum Sender werden könne, brauche es Menschen, die zwischen Behauptungen und Tatsachen, Propaganda und Nachricht sowie Inszenierung und Wirklichkeit unterscheiden könnten.

Selbstkritik beim Blick auf Ostdeutschland

Bereits Anfang September hatte Becker beim Stiftungstag der Brost-Stiftung mehr Selbstkritik der Medien angemahnt. Zu lange sei von "dem Osten" wie von einer gesellschaftlichen Sonderkategorie gesprochen worden. Ein westdeutsch geprägter Blick könne dazu beigetragen haben, dass sich Menschen dort nicht ausreichend verstanden fühlten. Dies bedeute jedoch keinen weniger kritischen Umgang etwa mit der AfD: Parteiprogramme müssten genau geprüft und Politiker kritisch befragt werden./svv/DP/stw

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Quelle: DFA/DPA. Diese Nachricht wurde vollständig von einer dritten Partei bereitgestellt und veröffentlicht. ING ist daran weder beteiligt noch hat ING Einfluss auf die veröffentlichten Informationen. Mehr dazu finden Sie im disclaimer.