Ölpreise sinken den dritten Tag in Folge
NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Freitag den dritten Tag in Folge gefallen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November fiel um 0,99 Prozent auf 103,80 US-Dollar.
"Der Rückgang des Ölpreises ist nahezu allein auf die Nachricht zurückzuführen, als Saudi-Arabien am Mittwoch ankündigte, die Ost-West-Pipeline binnen weniger Tage zumindest auf 50 Prozent der Kapazität wieder hochfahren zu wollen", schreiben die Analysten der Commerzbank. "Der Ölmarkt dürfte also mit großem Interesse auf die weitere Entwicklung im Hinblick auf die Ost-West-Pipeline schauen, wobei es bei einem tatsächlichen Hochfahren des Betriebs zu einem weiteren und stärkeren Preisrückgang kommen dürfte." Bis dahin ist laut Commerzbank allerdings mit weiter hohen Niveaus zu rechnen.
Der Markt wartet zudem auf neue diplomatische Impulse, während sich die Angebotssorgen etwas abgeschwächt haben. Nach Berichten vom Donnerstag soll China den Iran aufgefordert haben, auf eine Eindämmung der Huthi-Angriffe hinzuwirken. Die Huthi-Rebellen im Jemen waren zuletzt für eine Reihe von Angriffen auf Öltanker in der Region verantwortlich, die zur Verknappung des Rohölangebots beitrugen. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg will Saudi-Arabien im Oktober kein Rohöl nach Europa liefern.
Unterdessen will US-Präsident Donald Trump laut einem US-Medienbericht am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) in New York am Dienstag Vertreter mehrerer Golfstaaten treffen, um über den Iran-Krieg zu sprechen. Das Portal "Axios" schrieb, Trump habe in einem Interview klargemacht, er wolle dieses Gespräch nutzen, um mit Verbündeten in der Region nächste Schritte auszuloten. In dem Gespräch mit dem Portal hatte Trump auch eine "große Entscheidung" im festgefahrenen Iran-Krieg angekündigt - ohne dabei zeitlich konkret zu werden.
Etwas gestiegen sind hingegen die Erdgaspreise. Der richtungsweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat stieg an der Börse in Amsterdam um 2,1 Prozent auf 77,76 Euro je Megawattstunde (MWh). Am Montag hatte der Erdgaspreis mit 84,41 Euro je Megawattstunde (MWh) den höchsten Stand seit Ende 2022 erreicht. Aber auch der Gaspreis gab auf Wochensicht nach. Angesichts der stark gesunkenen Gaspreise will Wirtschaftsministerin Katherina Reiche deshalb die finanziellen Anreize für Händler erhöhen, mehr Gas für den Winter vorzuhalten. "Der europäische Gaspreis könnte bei staatlichen Käufen dann wieder kräftiger zulegen", schreibt die Commerzbank./jsl/nas
Disclaimer
Quelle: DFA/DPA. Diese Nachricht wurde vollständig von einer dritten Partei bereitgestellt und veröffentlicht. ING ist daran weder beteiligt noch hat ING Einfluss auf die veröffentlichten Informationen. Mehr dazu finden Sie im disclaimer.