EU-Kommission will 4,2 Milliarden Euro für Ungarn freigeben
BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die Europäische Kommission hat nach Reformen der ungarischen Regierung die Freigabe von eingefrorenen EU-Mitteln in Höhe von 4,2 Milliarden Euro für das Land vorgeschlagen. "Ungarn hat wichtige Maßnahmen ergriffen, um die Rechtsstaatlichkeit zu stärken und die finanziellen Interessen der Union zu schützen", sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen laut einer Mitteilung. Noch müssen die EU-Staaten den Plänen zustimmen. Sie haben einen Monat Zeit, um darüber zu entscheiden.
Wegen Verstößen gegen rechtsstaatliche Prinzipien und EU-Grundwerte unter der Regierung von Viktor Orban hatte die EU Fördermittel in zweistelliger Milliardenhöhe für Ungarn zurückgehalten. Mit dem Amtsantritt von Ministerpräsident Peter Magyar und seiner Regierung begann ein politischer Kurswechsel.
EU sieht Fortschritte bei Korruptionsbekämpfung und Vergaben
Nach Einschätzung der EU-Kommission haben die Maßnahmen aus Budapest Mängel in Bereichen wie der Vergabe öffentlicher Aufträge, Korruptionsbekämpfung, dem Risiko von Interessenkonflikten und der Wirksamkeit von Strafverfolgungsmaßnahmen behoben.
Demnach werden etwa die Verwendung von EU-Mitteln besser kontrolliert sowie öffentliche Ausschreibungen und Ausgaben transparenter gestaltet. Laut der Brüsseler Behörde stärkt auch Ungarns Beitritt zur Europäischen Staatsanwaltschaft den Kampf gegen Korruption.
Das Geld für Ungarn soll aus dem EU-Budget für Strukturförderung fließen. Darüber hinaus sollen ungarische Studierende und Forschende laut Kommission wieder uneingeschränkten Zugang zum Erasmus-Austauschprogramm und dem Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon Europe erhalten.
Die Kommission hatte im Mai signalisiert, festgesetzte Mittel von insgesamt 16,4 Milliarden Euro freigeben zu wollen, wenn Reformen erfolgreich umgesetzt werden. 6,4 Milliarden sollen aus dem EU-Budget für Strukturförderung kommen, weitere 10 Milliarden aus dem Corona-Aufbaufonds der EU./vni/DP/jha
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