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AKTIEN IM FOKUS: Rüstungswerte setzen Schlingerkurs mit Verlusten fort

FRANKFURT/PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Bei europäischen Rüstungswerten ist weiterhin Unsicherheit über die geopolitischen Konflikte und den Aufrüstungskurs der Regierungen spürbar. Ihr Schlingerkurs ging am Donnerstag mit Kursverlusten weiter: Die Aktien von Rheinmetall <DE0007030009> sackten um 3,8 Prozent ab, blieben damit aber in ihrer jüngsten Spanne um die 1.000-Euro-Marke. Aus ihrem diesjährigen Abwärtstrend können sie sich aber nicht befreien.

Das Gesamtbild am Aktienmarkt ist wieder negativ geprägt von hohen Ölpreisen. Andere Rüstungswerte verhielten sich ähnlich wie Rheinmetall: Im MDax <DE0008467416> büßten die Anteile von Renk <DE000RENK730> und Hensoldt <DE000HAG0005> jeweils mehr als vier Prozent ein. Bei Renk sieht das Chartbild düsterer aus, denn die Aktien bleiben ihrem Tief seit eineinhalb Jahren nahe.

Vincorion <DE000VNC0014> aus dem SDax <DE0009653386> wurden von den Branchenverlusten mit einem Abschlag von einem Prozent etwas weniger stark erwischt. Auf europäischer Ebene verloren BAE Systems <GB0002634946> in London 1,8 Prozent, Thales <FR0000121329> in Paris 2,4 Prozent und Leonardo <IT0003856405> in Mailand fast drei Prozent.

Anleger beobachten die Lage im Ukraine-Krieg, der seit dem russischen Überfall besonders maßgeblich ist für anziehende Investitionen in Rüstung, die die Aktien seit 2022 lange Zeit beflügelt hatten. Aktuell schauen sie nach New York auf die UN-Generalversammlung und nach Washington wegen des Treffens von US-Präsident Donald Trump mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping.

Den USA bereitet nach Angaben von Außenminister Marco Rubio eine mögliche Ausweitung des russischen Kriegs auf weitere Länder Sorgen. Nach seinen Angaben wurde Wladimir Putin deshalb zum G20-Gipfel im Dezember in Miami eingeladen. Laut Rubio sehen die USA darin eine gute Gelegenheit, um den russischen Präsidenten mit anderen Staats- und Regierungschefs ins Gespräch zu bringen. Überlegungen zu einer Waffenruhe hat Russlands Außenminister Sergej Lawrow im UN-Sicherheitsrat aber erneut eine Absage erteilt.

Bei Rüstungswerten ist es auch immer wieder ein Thema, ob klassische Kriegsführung im Zeitalter von Kampfdrohnen überhaupt noch relevant ist. Verteidigungsminister Boris Pistorius hat die Kritik, es werde zu viel Geld in alte Technologie gesteckt, am Vortag zurückgewiesen. Analystin Chloe Lemarie von Jefferies sieht in seinen Aussagen ein durchaus ermutigendes Signal vor dem Hintergrund der Bedenken, die an den Portfolios von Konzernen wie Rheinmetall oder Renk aufgekommen sind.

Jens-Peter Rieck von MWB Research bestätigt sein Votum mit "Hold" für Rheinmetall. Hohe Auftragseingänge seien eingepreist, doch nun verlagere sich der Fokus darauf, wie diese abgearbeitet werden. Er sieht sein neutrales Votum von vorsichtigen Erwartungen an 2028 gestützt und erwartet vor dem Kapitalmarkttag im November keine großen Neuigkeiten.

Bei dem US-chinesischen Gipfeltreffen zwischen Trump und Xi wird damit gerechnet, dass auch die globalen Konflikte ein Thema sind, also neben dem Krieg in der Ukraine auch jener im Iran./tih/ag/jha/

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Quelle: DFA/DPA. Diese Nachricht wurde vollständig von einer dritten Partei bereitgestellt und veröffentlicht. ING ist daran weder beteiligt noch hat ING Einfluss auf die veröffentlichten Informationen. Mehr dazu finden Sie im disclaimer.